Wie führe ich ein Gesundheitstagebuch? [Guide]

von | Feb 28, 2019 | Orientierung

Wer seine Gesundheit langfristig und nachhaltig verbessern, chronische Probleme überwinden und ein individuell geeignetes Nahrungsergänzungsmittel finden will, ist gut damit beraten das eigene Körpergefühl regelmäßig in einem Tagebuch/Journal zu dokumentieren. Nichts anderes ist ein sogenanntes „Gesundheitstagebuch„.

Sich Informationen über den eigenen Gesundheitszustand längerfristig anzusammeln, stellt einen der ersten und wichtigsten Schritte dafür dar, sich eine und die Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen, also eine eigene Gesundheitskompetenz aufzubauen.

Denn:

Niemand kennt deinen Körper besser als du selbst!

(… bzw. niemand anderer hat die Chance deinen Körper so gut kennenzulernen wie du selbst!)

In diesem Guide erfährst du, wie du ein Gesundheitstagebuch führen kannst:

1) Wieso solltest du ein Gesundheitstagebuch führen? 

Ein Gesundheitstagebuch ist nichts anderes als ein persönliches Journal mit dem langfristig relevante Informationen über den eigenen Gesundheitszustand gesammelt werden. Aus diesen Aufzeichnungen können dann wichtige Rückschlüsse für die individuelle Gesundheit gezogen und Entscheidungen getroffen werden.

Ein Gesundheitstagebuch ist damit um Einiges umfangreicher als ein reinen Ernährungstagebuchs. Weil damit der eigene Gesundheitszustand so gut wie möglich dokumentiert werden soll, stellt es ein hilfreiches Werkzeug zur Aufdeckung der Ursache chronischer Gesundheitsprobleme dar. Dies inbesondere dann, wenn die schulmedizinischen Diagnostik bisher erfolglos war.

Grund #1: Um dir endlich Klarheit über den eigenen Gesundheitszustand zu verschaffen und chronische Gesundheitsprobleme aufzudecken

Mit einem Gesundheitstagebuch wird über einen langen Zeitraum der gesamte eigene Gesundheitszustand aufgezeichnet bzw. dokumentiert mit dem Ziel, einen tieferen und individuelleren Einblick in die Gesundheit zu bekommen.

Ein Gesundheitstagebuch ist somit dann hilfreich, wenn Gesundheitsprobleme schon lange bestehen oder chronisch sind oder man seine eigene Leistungsfähigkeit steigern will (biohacking).

Es hilft dir dabei, ein gesteigertes Verständnis für die individuelle Funktionsweise des eigenen Körpers und ein gesteigertes Körperbewusstsein aufzubauen und damit allfällige „Gesundheitslücken“ oder „missing links“ im eigenen „Gesundheitspuzzle“ aufzudecken. 

Dies gelingt dir, indem du regelmäßig Veränderungen im Lebensstil durchführst und deren Wirkung auf den Gesundheitszustand aufzeichnest. Dann nämlich findest du nach und nach deutlich leichter die kleinen individuellen Stellschrauben und Hebeln zur Verbesserung der eigenen Gesundheit. Dazu gehört allen voran auch das Finden eines individuell geeigneten (und verträglichen!) Nahrungsergänzungsmittel. Ein langfristiges Selbstexperiment eben!

Sei es nun, mehr Sport, eine neue Ernährungsweise, die Einnahme eines neuen Nahrungsergänzugsmittels oder das Absetzen eines Nahrungsergänzungsmittels. Es reicht natürlich nicht nur Aufzeichnungen zu führen, von etwas, das immer gleich bleibt!

Es gilt vor allem Neues auszuprobieren und dann Veränderungen des Gesundheitszustands zu dokumentieren.

Nur so können langfristig Rückschlüsse darüber gezogen werden, was die Ursache für eine Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustand ist.

Tatsächlich gleicht ein Gesundheitstagebuch anhand des Aufwands und der trial-and-error„-Methode  bereits einer personalisierten wissenschaftlichen Studie. Denn auch dort werden gesundheitsrelevante Informationen über einen sehr langen Zeitraum aufgezeichnet und dann ausgewertet, zwar mit mehr Menschen und einer bestimmten Forschungsfrage, aber im Prinzip ist es das Gleiche im Kleinformat.

Weil Gesundheit bekanntlich aus vielen Faktoren und Variablen besteht, gilt:

Je verschleierter die Ursache lang bestehender Gesundheitsprobleme ist, desto länger sollten Aufzeichnungen geführt werden, um mit hoher Wahrscheinlichkeit Rückschlüsse auf gesundheitsrelevante Faktoren und Variablen ziehen zu können.

Grund #2: Um Gesundheitsziele effizienter zu verfolgen

Indem bei einem Gesundheitstagebuch alle gesundheitsrelevanten Faktoren und deren Änderung aufgezeichnet werden, eignet es sich hervorragend, um höhere Ziele zu erreichen wie … 

  • Ursachen chronischer Gesundheitsproblemen auf die Spur zu kommen,
  • ein oder mehrere individuell geeignete Nahrungsergänzungsmittel zu finden und damit
  • die Gesundheit langfristig und nachhaltig zu verbessern.

 

Grund #3: Um Laboruntersuchungen sinnvoll mit eigenem Wissen und eigenem Körpergefühl zu ergänzen

 

Ein Gesundheitstagebuch ist neben Laboruntersuchungen und einem Grundverständnis für die menschliche Biochemie ein wichtiger Bestandteil einer selbstbestimmten Gesundheitskompetenz

Es vervollständigt das Bild über den eigenen Gesundheitszustand nach dem Grundsatz:

Egal wie gut man sich von anderen untersuchen lässt, keiner kennt deinen Körper besser als du selbst! 

Grund #4: Um „ganzheitlichere“ Gesundheitsziele als mit einem Ernährungstagebuch zu verfolgen

Ein Gesundheitstagebuch ist – wie der Name schon andeuten lässt – deutlich komplexer als ein reines Ernährungstagebuch und mit wesentlich mehr Aufwand verbunden. Auf der anderen Seite ist es aber deutlich ganzheitlicher„.

Ein Ernährungstagebuch zu einer Diät beschränkt sich beispielsweise meist auf das Zählen von Kalorien, um letztlich Gewicht abzunehmen. Ein Ernährungstagebuch zur Aufdeckung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist das Ziel, Unverträgliches zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden.

2) Was brauche ich, um ein Gesundheitstagebuch zu führen?

2.1.) Das richtige Mindset

 

Das Wichtigste zuerst:

Übung macht den Meister!

Ein Gesundheitstagebuch ist anfangs mit viel Aufwand verbunden, wird aber mit der Gewohnheit immer einfacher. 

Es macht außerdem keinen Sinn sich selbst zu belügen:

Dinge so auszusprechen und niederzuschreiben, wie sie sind, macht dich auf Dauer stärker!

… es braucht nur ein ausreichendes Energielevel, um die notwendigen Veränderungen auch durchzuführen. 

Mache dir klar, dass du ein Gesundheitstagebuch führst, um deine Gesundheit und dein Leben langfristig und nachhaltig zu verbessern.

Es braucht ein starkes Warum, Routine und Disziplin, um das Ziel einer besseren Gesundheit nachhaltig und langfristig zu verfolgen.

Gleichzeitig brauchst du dir aber keinen Stress zu machen. Da es sich um ein langfristiges Ziel handelt, bringt es nichts sich kurzfristig mehr Stress mit einem Gesundheitstagebuch zu machen als ohne.

Behandle ein Gesundheitstagebuch eher so wie ein normales Tagebuch: Dir etwas von der Seele – in diesem Fall vom Körper – zu schreiben, um langfristig am großen Ganzen zu arbeiten.

2.2.) Schreibprogramm, das Routine ermöglicht

Ich habe eine Routine bzw. Gewohnheit entwickelt, mir mindestens 3-5x über den Tag verteilt relevante Gesundheits-Informationen wegen meiner chronischen Gesundheitsprobleme und wegen meine Selbstexperimente mit Nahrungergänzung aufzuschreiben. Die dabei wichtigsten Zeitpunkte sind meiner Meinung nach:

  • nach dem Aufstehen (insb. zur Erholsamkeit des Schlafs),
  • nach Mahlzeiten,
  • nach Toilettengängen,
  • nach der Einnahme von Nahrungsergänzung, 
  • oder nach der erstmaligen Einnahme eines neuen Nahrungsergänzungsmittels.

Um diese Routine entwickeln zu können, braucht es eine Möglichkeit alles flexibel zu jeder Zeit dokumentieren zu können. Ein Schreibprogramm, das jederzeit verfügbar ist. Ich nutze dafür mein normales eMail-Programm im Entwurf-Modus, nachdem ich damit sowohl auf meinem Smartphone als auch auf meinem Laptop arbeiten und meine Aufzeichnungen bearbeiten kann.

Habe ich mehrere Tage aufgezeichnet, übertrage ich diese in ein Word-Gesamtdokument.

Im Microsoft Word formatiere und strukturiere ich meine Aufzeichnungen erst richtig und werte sie regelmäßig aus.

Eine Auswertung der Ergebnisse des Gesundheitstagebuchs erfolgt jeweils nach zirka 2 Wochen oder bei besonderen Ereignissen. Unter anderem nutze ich dabei die Suchfunktion von Word sehr oft, worauf wir später noch genauer eingehen werden.

 

2.3.) Anfangs einfach drauf losschreiben und erst später strukturieren

Anfangs ist es wichtig erst einmal loszuschreiben, in Schwung zu kommen und den ersten Schritt zu machen.

Später wird auch eine gute Struktur wichtig, um sich besser im Tagebuch zurecht zu finden, um bestimmte Informationen auch wieder zu finden und um diese gut auswerten zu können.

Tipp: Schreib am Anfang so viel wie möglich auf, übe das Schreiben und Beschreiben deines Gesundheitszustands. Der Fokus auf wichtige Details (Symptome/Beschwerden) wird folgen.

Mit Zeit und Übung wirst du schreiben, strukturieren und dich auf Details konzentrieren gleichzeitig können.

 2.4.) Beispiel für einen Tagebucheintrag

 

Sehen wir uns nun kurz an wie die Tagebucheinträge letztlich bei mir im Microsoft Word aussehen. Und zwar nachdem ich meine Aufzeichnungen aus meinem eMail-Programm ins Word übertragen und strukturiert habe:

„27.2.2019 bis 30.3.2019 inkl. B-Vitamine

Generell: Ernährungsfehler verschlechtern Schlaf und Vitamin B wirkt dagegen

Besonderheit 1 (Schlaf verschlechtert durch Ernährungsfehler, Absetzen von Mangan): Abends am 27.2. erstmals B-Vitamine, dann erholsamer Schlaf auf 28.2. mit morgens Stuhlgang mit niedrigem Klopapierverbrauch, Frühstück, Gedankennebel, mittags Schweinschnitzel, Kartoffeln, Salat und dazu Gabe von Flohsamenschalen, gute kognitive Leistungsfähigkeit, später ausreichend Energie für Muskeltraining, abends Salat, Brot, Gemüse, Gabe von Abend-NEMs (gemäß NEM-Standartprotokoll [siehe unten], aber Absetzen von Mangan) leichtes Einschlafen und trotzdem nur mittelmäßig erholsamer Schlaf auf 1.3. mit Morgenmüdigkeit…“

Besonderheit 2 (…): ….

Besonderheit 3 (…)…

NEM: Absetzversuch Betain HCl  und Mangan (ab 28.2.), Einführung B-Vitamine (27.2.)

NEM-Standardprotokoll (ab 28.2.2018): frühmorgens Silizium ; morgens: B-Vitamine , Chrom, Betain HCl, Schwarzkümmelöl (Vitamin E, CoQ10), nachmittags:Glycin, Betain HCl, Schwarzkümmelöl, Flohsamenschalen (Alpha-Liponsäure), Silizium, abends: Glycin, Vitamin C, Inositol, Flohsamenschalen, Methionin, Kupfer, Mangan, Betain HCl, Schwarzkümmelöl, (Zink, Ornithin, Kreatin, Glycin, Vitamin C, Flohsamenschalen, Mangan ¼)“

30.3.2019 bis 14.4.2019 inkl. Absetzversuch Mangan

Generell: … 

Besonderheit 1 (…): …. 

….“

Ja, es sieht komplizierter aus als es ist.

Die Struktur mit vielen Überschriften, Zwischenüberschriften und Zusammenfassungen wird es mir später erleichtern, meine Informationen wieder ausfindig zu machen und eine Auswertung zu machen.

Anfangs ist es aber am wichtigsten Informationen zu sammeln. Struktur ist anfangs zweitrangig.

 

2.5.) Auswertung des Gesundheitstagebuchs und die Conclusio

 

Sind die Aufzeichnungen ins Word eingeflossen und hast du schon genug Informationen zu deiner Gesundheit und zu Nahrungsergänzung gesammelt, kannst du die Informationen auswerten und Schlussfolgerungen bzw. eine Conclusio daraus ziehen.

Du kannst nun auch unterscheiden, ob bestimmte Gesundheitszustände eine Eintagsfliege sind oder dich regelmäßig bzw. chronisch begleiten.

Du kannst erkennen, ob bestimmte Nahrungsergänzungsmittel nachdem du sie eine Zeit lang genommen hast, dazwischen abgesetzt und in einer neuen Kombination mit anderen Präparaten wieder genommen hast, ein bestimmtes Ergebnis liefern oder nicht. Das gilt auch für sonstige Änderungen des Lebenstils und deren Auswirkungen.

Du kannst genauer erkennen, wonach du zB im Internet (zB crossthink-supplements.com) genauer recherchieren solltest, weil du Gesundheitszustände genauer und spezifischer beschreiben kannst und damit keine Zeit mit einem Schuss ins Blaue verschwendest.

An dieser Stelle ist es natürlich wichtig, bereits ein Grundverständnis für das Nahrungsergänzungsmittel und den Nährstoff an sich zu haben.

Verstehe bitte, dass …

Nahrungsergänzung nur langfristig wirkt!

Und nur das Beheben eines gravierenden Nährstoffmangels spürt man sofort!

Ist dir nicht klar, ob eine bestimmte Änderung des Lebensstils oder ein Nahrungsergänzungsmittel wirkt oder nicht wirkt, kannst du für dich vorerst auch einfach eine neue Theorie aufstellen oder eine Frage formulieren, die du noch genauer untersuchen willst.

Mit der Zeit wirst du mehr Antworten zu deinen Fragen bekommen und deine Theorien widerlegen oder bestätigen. Wie bei einer Studie eben, nur dass du hier auch dein Bauchgefühl mit einbeziehen kannst.

Merke dir:

Auch in der Forschung sind Antworten so gut wie nie absolut, sondern geben nur eine bestimmte Wahrscheinlichkeit wider. Absolutheit ist auch nicht notwendig, sondern nur das konstante Annähern an ein Ergebnis und damit Erhöhen einer Wahrscheinlichkeit!

Das gilt sinngemäß auch für die Ergebnisse des Gesundheitstagebuchs.

Aus den Schlussfolgerungen des Auswertungsergebnissen kannst du dann auch neue Entscheidungen treffen. Hast du zum Beispiel herausgefunden, dass der Mineralstoff MSM deinen Gelenken gut tut, könnte auch das Spurenelement Mangan für dich interessant sein, weil auch dieses auf Gelenke wirkt.

Zusammenfassend lässt sich zur Auswertung aber folgendes sagen:

Je besser du dich mit Biochemie auskennst, desto leichter wird dir die Auswertung fallen!

 

2.6.) Weitere Teile eines Gesundheitstagebuchs 

 

Neben dem Tagebuch im engeren Sinn, ist es auch sinnvoll eigene Kapitel für Zusammenfassungen der Nahrungsergänzungen und für die bisher erfolgten Laboruntersuchungen anzulegen.

Hier ein Beispiel:

  1. Liste mit Nahrungsergänzungsmittel (NEM) (chronologisch geordnet)
    • Datum der ersten Einnahme
    • Recherche-Zusammenfassung zum NEM (also die Antwort zur Frage: „Welche Informationen habe ich zu dem NEM gefunden und weshalb halte ich die Einnahme theoretisch für sinnvoll?“)
    • Gesundheitstagebuch-Zusammenfassung zu meiner festgestellten Wirkung, Nichtwirkung und Nebenwirkung („Habe ich im gesamten Gesundheitstagebuch nach Einnahme oder Absetzen des NEMs gute oder schlechte praktische Erfahrungen gemacht? In welcher Kombination mit anderen NEMs?„)
  2. Liste mit Laboruntersuchungen (chronologisch geordnet)
    • Ergebnisse
    • Recherche-Zusammenfassung zu den Untersuchungen
    • eigene Anmerkungen, Theorien und Zusammenhänge zu deinem Ernährungsstatus

3) Was solltest du in dein Gesundheitstagebuch schreiben?

3.1.) Grundfaktoren, die deinen Gesundheitszustand ausmachen

Grob herunter gebrochen, setzt sich der Gesundheitszustand aus den Grundfaktoren Ernährung, Schlaf, Bewegung und Psyche zusammen.

Sieht man sich die einzelnen Faktoren bzw. Variablen noch genauer an, könnte man als Beispiel diese  Aufschlüsselung erhalten:

  • Ernährung: Anzahl und Menge der Mahlzeiten, Ernährungstendenzen oder Diäten (Paleo, Vegan, Low Carb, etc.), Unverträglichkeiten (gegen Nahrungsmittel sowie auch Nahrungsergänzungsmittel!), Allergien, Verdauung (insbesondere Stuhlhäufigkeit und Stuhlkonsistenz und Klopapierverbrauch!), Häufigkeit des Urinierens, Hunger und Appetit, Kaffeekonsum 
  • Schlaf: Erholsamkeit bzw. Qualität des Schlafs (Schlafdauer ist zweitrangig), Gefühl am nächsten Morgen (Energie oder nicht?) 
  • Bewegung: Spazierengehen, Sport (Hinweis:  Erschöpfungszustand nach dem Training)
  • Psyche und Emotion: Geistige und kognitive Leistungsfähigkeit (inkl. Auffassungsgabe, Lernfähigkeit, Fokussierungsfähigkeit, Gedächtnis, Motivation, Konzentrationsfähigkeit, Produktivität), emotionale Stabilität und Widerstandsfähigkeit (Gute Stimmung oder Depression?), generelle Fähigkeit zur Empfindung von Emotionen (Liebesfähigkeit!), Kontrollfähigkeit über Gedanken, soziale und zwischenmenschliche Fähigkeiten, Stressresistenz, Belastbarkeit, Angstlevel
  • Körpergefühl: insb. Entspannungsfähigkeit, Energielevel, Kraft und Libido
  • Nahrungsergänzung: Einnahmezeit, Einnahmemenge und Kombination der Nahrungsergänzungsmittel
  • Gesundheitseinschränkender Lebensstil: Rauchen, Drogen, etc.
  • Gesundheitszustände und Symptome: du solltest hier immer die gleiche Bezeichnung für deine Symptome finden, um später dein Tagebuch gut auswerten zu können (siehe gleich unter Punkt 3.2.)

Dies ist nur eine demonstrative Aufzählung dessen, was du dir alles aufschreiben kannst. Grundsätzlich gilt: Je mehr desto besser! Du wirst im Laufe der Zeit herausfinden, welche Details du weglassen kannst, um dich auf einzelne Symptome/Beschwerden oder positive Wirkungen zu konzentrieren.

Also:

Am Anfang so viel wie möglich aufschreiben und sich später auf einzelne Themen (die du verbessern willst!) beschränken.

 

3.2.) Vereinfachung und Vergleichbarkeit durch eigene Begriffsdefinitionen schaffen!

Es ist ratsam gleich von Beginn an, einheitliche Begriffsdefinitionen (oder einzigartige Abkürzungen ohne Verwechslungsgefahr) für Gesundheitszustände, Beschwerden und Symptome zu verwenden.

Dadurch schaffst du dir einen eigenen Maßstab für deine Gesundheit und lässt dich weniger durch die unspezifischen Symptome einer Internetrecherche verwirren und verunsichern.

Außerdem kennst dich am besten mit deinem Körper aus und kannst deine Zustände auch am besten erklären. Ärzte können hingegen nur aus der Beobachterperspektive und anhand von Laborbefunden, zwar fachlich versiert, Rückschlüsse auf deinen Gesundheitszustand ziehen. 

Begriffsdefinitionen sind auch sinnvoll, weil…

  • Vergleichbarkeit: mit einheitlichen Begriffen können die Ergebnisse des Gesundheitstagebuchs besser ausgewertet werden. Du kannst die Begriffe auch leichter mit der Suchfunktion in Word suchen. Dies ist sehr nützlich, wenn Begriffe zeitlich weit auseinanderliegend im Tagebuch vorkommen. 
  • Vereinheitlichung: du sparst dir Zeit beim Aufschreiben, wenn du einen Gesundheitszustand einmalig mit einem Begriff definierst.

Mit einem steigenden Körperbewusstsein kannst du diese Begriffsdefinitionen natürlich auch immer weiter verfeinern und voneinander abgrenzen. 

Hier also ein Beispiel von mir für eine solche Definition:

  • allergische Reaktion: Wenn ich mir diesen Zustand in mein Gesundheitstagebuch aufschreibe, bedeutet dies, dass meine Nase stärker rinnt, meine Augen gefühlt trockener werden, aber gleichzeitig auch mehr Tränenflüssigkeit produzieren. Darüber hinaus überkommt mich ein plötzliches Gefühl von Müdigkeit und ich muss vermehrt Gähnen.

Du erkennst hier sicher bereits bereits, dass diese Definition nicht nur eine Vereinfachung ist, sondern auch für eine Vergleichbarkeit im Gesundheitstagebuch sorgt.

Ich verwende mittlerweile auch unverwechselbare und leicht suchbare Abkürzungen für Nahrungsergänzungsmittel, die ich verwende zB „NKÖ“ für „Nachtkerzenöl“ oder „AB6“ für „aktives Vitamin B6„, usw.

 

3.3.) Hilfreiche Fragestellungen im Zusammenhang mit den genannten Gesundheitsfaktoren

Zu den einzelnen Gesundheitsfaktoren könnten außer folgende Kontrollfragen hilfreich sein:

  • Ernährung: Gibt Nahrung eher Energie oder kostet sie Energie?
  • Schlaf: Ist der Schlaf erholsam oder wachst du morgens genauso müde (oder müder) auf als am Vortag?
  • Bewegung: Ist Sport für dich möglich oder zu anstrengend? (Sport sollte sich generell gut anfühlen, also zumindest danach!) 
  • Psyche: Bist du emotional stabil oder lässt du dich von deinen Gedanken überwältigen?
  • Körper: Kannst du dich entspannen, wenn du das willst?

 Die Antworten können wertvolle Hinweise für zukünftige Aufzeichnungen sein.

 

3.4.) Biofeedback durch angewandte Kinesiologie

 

Ohne Anspruch auf jegliche Wissenschaftlichkeit, aber im Sinne der Ganzheitlichkeit, habe ich persönlich auch gute Erfahrungen mit der angewandten Kinesiologie gemacht. Der kinesiologischen Muskeltests bietet eine Möglichkeit, dem Körper Fragen zu stellen und Biofeedback zu erhalten. Ein Muskeltest kann auch alleine durchgeführt werden (sog. „Schaukeltest„). Er erlaubt dir, damit aktiv in den Körper hineinzuhören. Die Ergebnisse eines kinesiologischen Muskeltests stellen jedoch allenfalls eine Ergänzung dar.  

 

3.5.) Nahrungsergänzungsmittel auswählen und Anwendung dokumentieren

Die Auswahl des Nahrungsergänzungsmittels sollte immer eine gewisse Begründung haben. Einerseits eignen sich dazu fundierte Laboruntersuchungen zur Aufdeckung potentieller Nährstoffmängel.

Andererseits kann auch der Aufbau einer eigenen Gesundheitskompetenz die Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels begründen. Denn mit einer ausreichenden Kenntnis über die Biochemie von Nährstoffen sowie der Rolle einzelner Nährstoffe im menschlichen Körper und deren Verbindung zu bestimmten Symptomen, sind Selbstexperimente mit Nahrungsergänzung unproblematisch!

Möchte man konkret gegen bestimmte Beschwerden vorgehen, empfiehlt sich natürlich eine genauere Recherche. So stellt man zum Beispiel fest, dass gegen Gelenkbeschwerden mehrere Nährstoffe wie Mangan oder MSM hilfreich sein können. Die Auswahl sollte sich immer auf den Nährstoff beziehen, der persönlich die meisten Vorteile verspricht.

Bei der Auswahl ist es natürlich auch möglich, sich anhand häufig vorkommende Nährstoffmängel in der westlich zivilisierten Gesellschaft zu orientieren. Zu den heutigen Mangelnährstoffen zählen unter anderem Vitamin D, Vitamin K, Folsäure, Magnesium, Kalzium und Selen.

Aus meiner persönlichen Erfahrung:

Nahrungsergänzung ist neben Schlaf, Ernährung und Bewegung die beste Möglichkeit vom eigenen Körper Feedback einzuholen!

Gerade weil Nahrungsergänzung in der Regel nicht sofort wirkt, sollte die Einnahme dokumentiert werden. Insbesondere wichtig ist, nicht nur die Wirkung, sondern auch Nichtwirkungen und Nebenwirkungen genauso aufzuschreiben. Alle diese Informationen sind gleich wichtig! Nebenwirkungen können wertvolle Rückschlüsse zB auf Unverträglichkeiten oder Stoffwechselblockaden liefern. Außerdem ist es langfristig gesehen egal, ob ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel wirkt oder nicht!

Eines kann man sich aber merken:

Sei dir bewusst, dass Nahrungsergänzung nicht sofort wirkt, außer es besteht ein starker Mangel an diesem Nährstoff!

Die Wirkung eines Nahrungsergänzungsmittels zu dokumentieren, ist unter den Grundfaktoren für die Gesundheit Ernährung, Schlaf, Bewegung und Psyche mit Unsicherheiten behaftet, die durch die Dauer der Aufzeichnungen allmählich kompensiert werden.

 

3.6.) Mehrere Nahrungsergänzungsmittel parallel einnehmen (Synergie-Effekte nutzen)

Grundsätzlich empfiehlt sich zunächst mit einem Nahrungsergänzungsmittel zu beginnen und die Wirkung abzuwarten. So kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen, ob es wirkt oder nicht.

Möchte man – verständlicherweise – bei einem generell schlechten Gesundheitszustand, schneller zu einer Besserung kommen, können Nahrungsergänzungsmittel auch miteinander kombiniert werden, um eventuell auch Synergie-Effekte zu nutzen. 

Natürlich wird es bei Verwendung mehrere Nahrungsergänzungsmittel parallel schwieriger die Wirkung der einzelnen Präparate voneinander abzugrenzen. Es sinkt dabei klarerweise die Wahrscheinlichkeit, feststellen zu können, wie und ob ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel wirkt oder nicht. 

Aber auch hier gilt genauso:

Unsicherheiten werden mit der Dauer der Anwendung und Aufzeichnung immer kleiner.

Durch verschiedene Kombinationen aus verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln, Einführung neuer und Absetzen alter sowie die Wiedereinführung alter Präparate in einer neuen Kombination können auf Dauer konkretere Rückschlüsse gezogen werden. Je öfter diese Vorgänge wiederholt und aufgezeichnet werden, desto bessere Ergebnisse erhält man bei der Auswertung.

 

3.7.) Bioverfügbarkeit von Nährstoffen mitbedenken

 

Als ernährungsbedingter Unsicherheitsfaktor für die Nährstoffaufnahme ist noch die Bioverfügbarkeit zu nennen. Zum Beispiel kann eine einseitige Ernährung mit zu viel Getreide dazu führen, dass Nährstoffe nicht mehr richtig aufgenommen werden. Denn das in Getreide enthaltene Phytat (=Phytinsäure) kann die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe (zB Zink) stark hemmen und die Nahrungsergänzung sinnlos machen. Bei einem Kalziummangel könnte es auch sinnvoll sein Oxalsäure haltige Nahrungsmittel zu vermeiden. 

4) Gesundheitstagebuch: Fazit

Ein Gesundheitstagebuch ist eine idealle Ergänzung zu Laboruntersuchungen und ein wichtiges Instrument, um seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und um ein Experte des eigenen Körpers zu werden.

Weil es viele verschiedene Gesundheitsfaktoren gibt, ist es sinnvoll, ein Gesundheitstagebuch auf jeden Fall langfristig zu führen.

Ich wiederhole nochmals sinngemäß:

Nur mit einer großen Menge an gesammelten Informationen über die eigene Gesundheit, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Erkenntnisse aus diesem Tagebuch richtig sind und du die Ursache für Beschwerden!

Ich selbst führe mein Gesundheitstagebuch schon viele Jahre (4 Jahre?!) und habe schon mittlerweile mehr als 400 A4-Seiten vollgeschrieben. Egal was andere davon halten mögen:

Kombiniert mit Nahrungsergänzung habe ich mit dem Gesundheitstagebuch meine Gesundheit und mein Leben nachhaltig verbessert und bin mir selbst dafür dankbar, dass ich dies für mich getan habe!

Während dieser Zeit habe ich sehr viel über mich, meinen Gesundheitszustand und darüber gelernt, welche Nahrungsergänzung bei mir wirkt und welche nicht. Das ist eine sehr nützliche Information über sich selbst!

Ich wiederhole außerdem:

Aufgezeichnet werden sollen vor allem auch Veränderungen des Gesundheitszustands!

Mache regelmäßig Experimente und achte auf die Veränderung in deinem Wohlbefinden!

Ich bin mir sicher, so wirst auch du durch das Führen eines Gesundheitstagebuchs ein stärkeres Körperbewusstsein schaffen. Und zwar auch dann, wenn dieser neue Fokus auf die eigenen Körperempfindungen anfangs schwer und überwältigend sein mag. Bedenke, dass viele dieser kleinen Schritte jedoch insgesamt zu einer nachhaltig besseren Gesundheit und einem besseren Leben führen. Ein tolles Ziel, meiner Meinung nach das beste Ziel überhaupt 😉

Ich hoffe, ich konnte dich mit diesem Guide inspirieren.

Alles Gute.

Daniel

 

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