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Nahrungsergänzung mit Nährstoffen oder Pflanzenstoffen?

von | Jul 4, 2019 | Biochemie-Grundlagen

Während essentielle und körpereigene Nährstoffe dafür sorgen, dass das biochemische System Mensch überhaupt funktionieren kann, kann mit der Einnahme von bestimmten Pflanzen eine regulierende Wirkung auf den Körper ausgelöst werden. In diesem Artikel erfährst du, wann es Sinn macht Nähr- bzw. Vitalstoffe zu ergänzen und wann Pflanzenstoffe.  

Natürlich ist die Basis für Gesundheit, dass der Körper über alle lebensnotwendigen Nährstoffe verfügt, um  sich selbst erhalten und um Selbstheilung zu ermöglichen. Mängel sind jedenfalls auszugleichen. Nicht immer aber kann ein aus der Bahn geworfener Stoffwechsel sich selbst regulieren: Und hier kommen Pflanzenstoffe ins Spiel. 

In diesem Artikel erfährst du mehr dazu, wie du an das Thema Nährstoffe und Pflanzenstoffe herangehen kannst.

Gesamt-Lesezeit: 8 Minuten

1) Die Basis: Nährstoffe des Körpers

Der Körper setzt sich aus sehr vielen verschiedenen Nährstoffen zusammen und wird durch sie am Laufen gehalten.

Manche dieser Nährstoffe sind essentiell, das heißt diese muss der Körper über die Nahrung aufnehmen. Andere sind nicht- (oder semi-) essentiell und können vom Körper selbst (zu kleinen Teilen) synthetisiert/hergestellt werden.

Gesamt betrachtet, besteht der Körper zum Großteil aus Proteinen.

Dazu zählen insbesondere das Bindegewebe (Skelett, Stützgewebe von Organen) und Muskelgewebe. Aber auch der Stoffwechsel selbst läuft über Proteine, in diesem Fall sogenannte Enzyme. Diese dienen der Durchführung und Beschleunigung von biochemischen Reaktionen, weshalb sie auch als Katalysatoren bezeichnet werden können.

Kurz gesagt:

Enzyme sind der Stoffwechsel!

… weil sie bestimmte chemische Prozesse im Körper katalysieren bzw. beschleunigen.

Essentielle Nährstoffe wie Vitamine und auch Spurenelemente (zB Zink, KupferMangan) haben eine ihrer Hauptaufgaben im Körper darin, dass durch sie Enzyme (die wiederum aus Aminosäuren bestehen) aktiviert werden, damit diese ihre Aufgabe erledigen können. 

(Übrigens kannst du Enzyme immer anhand der Endung “-ase” erkennen.)

Fehlen diese aktivierenden Nährstoffe (sogenannte Enzym-Kofaktoren), fehlt somit auch die Aktivität bestimmter Enzyme. Die Folge davon ist, dass der Stoffwechsel blockiert, langsamer wird und der Körper nach und nach seine Fähigkeit verliert, sich selbst zu erhalten und zu heilen. Der Körper wird anfälliger für Krankheit und chronische Entzündung. 

Wir merken uns deshalb:

Nährstoffe sind der Engpass des Körpers zu seiner stofflichen Selbstheilung.

… aber ja, natürlich darf man nicht den Geist bei der Gesundwerdung und Gesunderhaltung vergessen!

Doch nur dann, wenn der Körper über die notwendigen Baumaterialien verfügt, wird er alles Notwendige haben, um Gesundheit und Leistungsfähigkeit überhaupt erst zu ermöglichen … und damit Balance im biochemischen System ermöglichen können.

Und genau aus diesem Grund ist es wichtig, immer zuallererst dafür zu sorgen, alle körpereigenen und essentiellen Nährstoffe in ausreichenden Mengen über die Nahrung zuzuführen und damit die eigene Biochemie in eine günstige Richtung zu steuern.

Nicht im Übermaß (die Dosis macht das Gift), aber alle! Und bei einem Mangel oder Mehrbedarf eben auch mit Nahrungsergänzung. 

Nährstoffe sind die Basis unseres Lebens!

Aus der Sicht eines biohackers hat die Nahrungsergänzung einzelner Nährstoffe den deutlichen Vorteil, dass man sie eben isoliert einnehmen und damit auch ihre Wirkung/Nichtwirkung leichter eingrenzen und dokumentieren kann! (Falls dich das interessiert, schau dir den “Guide: Wie führe ich ein Gesundheitstagebuch?” an.)

Wichtig: Bevor du mit Nahrungsergänzung/biohacking beginnst, lasse deinen Nährstoffstatus mit Laboruntersuchungen testen.

 

2) Die Regulatoren: Pflanzliche Stoffe

Natürlich stellt pflanzliche Nahrung die Grundversorgung mit Nährstoffen dar. Um diese geht es hier aber nicht.

Es geht um die Einnahme von Nahrungsergänzung mit Pflanzenextrakten (zB Curcumin/Curcuma, Ingwer, Ashwagandha, Artischocke, Mariendistel, Rosenwurz/Rhodiola, OPC, Rutin, Maca, Olivenblattextrakt und und und).

Zwar enthalten diese Pflanzenextrakte auch eine Reihe von den zuvor beschriebenen Baustoffen/Nährstoffe des Körpers. Bei gezielter Nahrungsergänzung (biohacking) spielt dies allerdings nur eine untergeordnete Rolle, vor allem deshalb, weil in Pflanzen immer ein Nährstoff-Mix enthalten ist.

Dadurch bedingt ist nämlich eine geringere Aussagekraft bezüglich der Wirkung einzelner in der Pflanze enthaltener (Bau-)Nährstoffe. Das Beheben bestehender Nährstoffmängel lässt sich durch Pflanzenstoffe daher nur schwer fassen und dokumentieren.

(Falls dich das interessiert, kannst du hier lernen mit Nahrungsergänzung zu experimentieren: “Guide: Wie führe ich ein Gesundheitstagebuch?“)

Eigenständig gesundheitlich positive Wirkungen entfalten die in Pflanzen enthaltenen, sekundären Pflanzenstoffe und Farbstoffe (Polyphenole, Flavinoide, Chlorophyl, etc) in regulatorischer Hinsicht. Sie sollen der Biochemie einen Anstoss in eine bestimmte Richtung geben.

Heilpflanzen können zB das Immunsystem anregen, Entzündungen lindern, aphrodisierend wirken, wie auch das Hormonsystem (und Stress) beeinflussen. Pflanzen mit regulatorischer Wirkung auf das Stresshormonsystem beispielsweise werden wegen ihrer Wirkung Adaptogene genannt (zB Ashwaghanda oder Rosenwurz).

Deshalb:

Pflanzenstoffe dienen in erster Linie der Regulation der Körperbiochemie.

… um jedoch etwas regulieren zu können, muss – wie bereits gesagt – die Nährstoff-Grundlage vorhanden sein!

Ein Nachteil bei Pflanzenstoffen:

Nicht jeder ist für die Einnahme von Pflanzenstoffen geeignet!

… das gilt vor allem für Menschen mit diversen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und leaky gut!

Denn auch wenn Heilpflanzen sehr beliebt sind und ihre berechtigten Anwendungsbereiche haben, können sie den Körper “reizen“. Eine solche Reizung findet beispielsweise bei chronischen Entzündungen des Darms statt.

Man vergisst leider zu oft (bei Nahrungsergänzung mit Pflanzenstoffen), dass Pflanzen sich natürlich auch vor Fressfeinden schützen wollen und das können sie nur, indem sie bestimmte “Gift”-Stoffe zumindest in kleinen Teilen enthalten. Empfindlichen Menschen mit vielen (kleinen, latenten) Entzündungen im Körper kann das schon zu viel sein.

Auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift. 

3) Fazit: Basis vor Regulation

Gute Gesundheit/Leistungsfähigkeit braucht in erster Linie essentielle Nährstoffe, um dem Körper Selbstheilung auf stofflicher Ebene überhaupt erst zu ermöglichen.

Genau aus diesem Grund, ist ein Nährstoffmangel immer schlimmer als ein Nährstoffüberschuss!

Zu einer guten Nährstoffversorgung zählen übrigens nicht nur ausreichend essentielle Nährstoffe (wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren und Aminosäuren), sondern auch die Deckung eines Mehrbedarfs an nicht- oder semi-essentiellen Nährstoffen

Letztere kann der Körper zwar selbst synthetisieren/herstellen, aber sehr oft eben nicht in ausreichenden Mengen. Zu ihnen zählen unter anderem Cholin, Taurin, Carnitin, Kreatin und Cystein (die übrigens alle in tierischen Produkten enthalten sind).

Ich persönlich, habe bereits sehr viele Selbstexperimente mit essentiellen und körpereigenen Nährstoffen als auch Pflanzenstoffen gemacht. Der wirkliche Durchbruch zu höherer Gesundheit/Leistungsfähigkeit gelang mir durch erstere.

Alles Gute

Daniel

PS.: Wenn du herausfinden willst, welche Nahrungsergänzungsmittel ich persönlich gut finde, dann schau mal hier.

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