Mangan stärkt Gelenke und Knochen

von | Jan 6, 2017 | Nährstoffe

Mangan ist ein wichtiges Spurenelement, das bei vielen Schlüsselfunktionen des Körpers eine Rolle spielt. Es ist beteiligt am Knochen- und Gelenkstoffwechsel und von sonstigem Bindegewebe, an der Bildung an Verdauungsenzymen, der Verarbeitung von Cholesterin (zu Sexualhormonen, Vitamin D und Cortisol). Als Nahrungsergänzung findet es Anwendung bei oxidativem Stress sowie bei Überschuss an Eisen, Ammoniak oder Glutamat. 

Im folgenden Guide erfährst du mehr über die biochemische Bedeutung von Mangan und dessen Anwendung als Nahrungsergänzung.

1) Allgemeines zu Mangan

Im Körper sind ungefähr 10 bis 40 mg Mangan gespeichert, ca. 25-40 Prozent davon allein in den Knochen (va im Knochenmark) sowie in hoher Konzentration auch in Leber, Nieren, Pankreas, Muskeln, Hypophyse (Hirnanhangdrüse), Darmepithel (Darmschleimhaut), in Haarpigmenten, im Schweißsekret und in den Mitochondrien. Die Mangankonzentration in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ungefähr zehnmal höher ist als die in anderen Organen. Das erklärt auch, weshalb Mangan unersetzlich bei der Herstellung von Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse ist.

Intrazellulär ist es in den Mitochondrien, in Lysosomen und im Zellkern zu finden. Das sind solche Lysosomen (Zellorganellen), die für die enzymatische Reinigung von Toxinen (körpereigene, bakterielle, virale, etc.) aus Zellen verantwortlich sind. Im Zellkern befinden sich eigene Manganpools.

Mangan ist aber vor allem wesentlicher Kofaktor vieler Stoffwechsel-Enzyme: 

  • Insbesondere ist seine Bedeutung für die Verarbeitung des (lebensnotwendigen!) Cholesterins zu Sexualhormonen, Vitamin D und Gallensäure hervorzuheben.
  • Auch die Herstellung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) und seine Umwandlung in das aktive T3 ist von Mangan abhängig.
  • Seine antioxidative Wirkung erhält Mangan als Kofaktor für das Enzym Mn-Superoxiddismutase (MnSOD) in den Mitochondrien.
  • Mangan ist beteiligt am Stoffwechsel mehrere Vitamine und vitaminähnlicher Stoffe, zB als Kofaktor des Enzyms Phosphatase (zur Verwertung von Vitamin B1 (Thiamin) sowie von Enzymen zur Verwertung von Biotin (Vitamin H bzw. B7), Cholin und Vitamin C.  

Es dient weiters der Herstellung von Bindegewebe (als Kofaktor des Enzyms Prolidase zur Kollagenbildung), Blutgerinnung (Prothrombin), Urea (Harnstoff), Hämoglobin (Blutfarbstoff), Mucopolysacchariden, Fettsäuren, Glutamin und Proteinen. Mangan ist schlussendlich auch beteiligt an der intrazellulären Energieproduktion (Bildung von ATP), an der Knochenbildung und –entwicklung, der Calcium- und Kohlenhydratverwertung und am Immunsystem. 

Mangan hat keine spezifischen Speicherproteine in der Leber wie Eisen (Ferritin) und Kupfer (Coeruloplasmin), sondern reichert sich im Körper an. Das ist auch der Grund, weshalb bestimmte Mangan-Formen (Mangan III) sich im Hirn anlagern können und dort neurotoxisch wirken.

Mangan aus der Nahrung wird im Darm als Mangan II aufgenommen und zu 99% über in der Leber verarbeitet. Die Leber reguliert die Manganausscheidung, gibt überschüssiges Mangan in die Gallenflüssigkeit und damit in den Stuhl ab. Teilweise wird Mangan im Darm mit der Gallenflüssigkeit wieder rückresorbiert.  In sehr geringen Mengen wird Mangan von der Leber auch  ins Blut abgegeben und dann über die Nieren und den Urin ausgeschieden.

2) Unterscheidung von giftigem zu gesundem Mangan

Reines Mangan, wie jedes andere Element auch, ist nicht giftig, kommt in der Natur aber wegen seinem schnellen Zerfall so gut wie nicht vor.

In biologischen Systemen (und im Menschen) ist wasserlösliches Mn2+ (Mangan II) neben stabilem Mn3+ (dreiwertiges Mangan, Mangan III) die vorherrschende Form.  Der deutlich überwiegende Teil des Mangans in der Ernährung ist Mangan II. Daneben kommen zu kleinen Teilen auch Mangansulfat, Manganchlorid und Kaliumpermanganat vor.

Zweiwertige Mangan-II-Salze (aus Mangan II, Mn2+) sind mit Ausnahme von Manganphosphat und Mangancarbonat, meist leicht wasserlöslich. Manganverbindungen in höheren Oxidationsstufen (Mangan III-VII) sind hingegen meist schwerlöslich.

Der kleine Anteil des von der Leber ins Blut freigegebenen Mangans II wird in Mangan III umgewandelt, um in Gewebezellen eingelagert werden zu können. Dabei wirkt Mangan II im Organismus toxischer als Mangan III. Es empfiehlt sich daher die Einnahme von zusätzlichem Mangan nicht zu hoch zu dosieren.

Nicht wasserlösliche Manganpartikel (Mangan III-VII), die über die Atemwege inhaliert werden, werden im Gegensatz zu intestinal resorbiertem Mangan direkt zum Gehirn transportiert, ohne zuvor in der Leber metabolisiert (verstoffwechselt) zu werden und können folglich zu Nerven- und Gehirnschäden führen. Fast alle Studien betreffend die Schädlichkeit von Mangan beziehen sich auf Inhalation nicht-wasserlöslicher Manganpartikel über die Atemwege.

Siehe hierzu auch unter Punkt 13) Nebenwirkungen und Kontraindikationen.

3) Manganhaltige Enzyme unterstützen den Knochen- und Knorpelstoffwechsel

Mangan ist Kofaktor der Enzymgruppe der Glykosyltransferasen, welche zur körpereigenen Herstellung von Proteoglykanen bzw. Glykosaminoglykanen (Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure) und Glykoproteinen des Knorpel- und Knochengewebes notwendig sind und ist damit essentiell für den Aufbau von Knorpel- und Knochengewebe.

Bei Manganmängeln kommt es daher zu Beeinträchtigung des Knorpel- und Knochenstoffwechsels (Mucopolysaccharidstoffwechsel). Bei Osteoporose-Patienten erhöht Mangan nachgewiesenermaßen die Knochendichte (nachgewiesenermaßen in Kombination mit Zink, Calcium und Kupfer).

Mangan kann zudem einen Calcium- und Phosphatmangel ausbalancieren, der für Knochen relevant ist.

Auch durch seine antioxidativen Eigenschaften soll Mangan vor dem entzündlichen Abbau von Gelenksgewebe (zB bei Arthritis) schützen.

Während die Studienlage zur Eindämmung von Entzündungen (noch) nicht eindeutig ist, gibt es bereits gute Hinweise zur Schmerzlinderung bei Arthritis- und Osteoarthritis-Patienten. Bei Arthrosepatienten verbessert Mangan nachweislich die Wirkung der Einnahme von Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat.

4) Manganhaltige Enzyme unterstützen die Entgiftung von Ammoniak (und Glutamat)

Ammoniak ist ein stickstoffhaltiges Toxin, das bei der Spaltung von Proteinen natürlich im Körper anfällt und das von den Mitochondrien der Leber im sogenannten Harnstoffzyklus zum wasserlöslichen Harnstoff umgewandelt wird. Durch diese Herstellung der Wasserlöslichkeit kann es aus dem Körper ausgeschieden werden. Die Entgiftung von Ammoniak hat wegen seiner hohen Toxizität/Giftigkeit für den Körper höchste Priorität.

Mangan unterstützt die Ammoniakentgiftung als Kofaktor des Enzyms Arginase. Dieses Enzym spaltet die Aminosäure Arginin in Ornithin und Harnstoff auf und ist somit unerlässlich im zur Entgiftung von Ammoniak

Arginase konkurriert mit einem anderen Enzym, der NO-Synthase (zur Stickstoffherstellung in Blutgefäßen), um die Verwertung der Aminosäure Arginin, weshalb man davon ausgeht, dass die Einnahme von Mangan auch vor nitrosativem Stress schützen kann.

Mangan entgiftet auch Ammoniak über einen anderen Weg auch durch seine Beteiligung am Enzym Glutamat-Ammonium-Ligase (früher: Glutamin-Synthetase). Diese überträgt unter ATP-Verbrauch Ammoniak auf die Aminosäure Glutamat und hierbei die Aminosäure Glutamin herstellt. Glutamat ist sowohl Aminosäure als auch Neurotransmitter und wirkt bei Überschuss neurotoxisch.

5) Manganhaltige Enzyme wirken stark antioxidativ und schützten Mitochondrien

Mangan ist Kofaktor des wichtigen Enzyms Mn-Superoxiddismutase (kurz: MnSOD oder auch SOD 2). Dieses Enzym ist wandelt die in Mitochondrien bei der ATP-Bildung entstehenden freie Sauerstoffradikale (Superoxidanionen) in wasserlösliches Wasserstoffperoxid um und schützt damit die Lipid-Zellmembran von Mitochondrien vor oxidativem Stress (sog. „Lipidperoxidation“) . In weiteren Schritten kann dann Wasserstoffperoxid zu Wasser reduziert und damit aus dem Körper ausgeschieden werden. Mangan schützt somit auch vor oxidativem Stress durch Überschuss an Eisen und Kupfer.

Mn-Superoxiddismutase (MnSOD) ist vermehrt auch in weißen Blutkörperchen des Immunsystems (Leukozyten) zu finden. Übrigens ist das Enzym von der von Zink und Kupfer abhängigen Cu/Zn-Superoxiddismutase (SOD 1 und SOD 3) zu unterscheiden.

6) Mangan stärkt das Bindegewebe

Mangan ist Kofaktor des Enzyms Prolidase, welches zur Herstellung der Aminosäure Prolin und letztlich für Kollagen (=Bindegewebe) benötigt wird. Kollagen ist das wichtigste Strukturprotein der extrazellulären Matrix (=Bindegewebe) und ist Bestandteil von Knorpeln, Knochen, Sehnen, Haut und Gefäßen.

7) Mangan reguliert den Zuckerstoffwechsel und hilft bei Diabetes

Mangan aktiviert das Enzym Phosphoenolpyruvat und ist Kofaktor des Enzyms Pyruvat-Carboxylase, welche beide im Citratzyklus der Mitochondrien für die Glukoneogenese zuständig sind. Glukoneogenese ist die Neubildung von Glukose aus Nicht-Kohlenhydraten (zB Pyruvat) und entspricht dem umgekehrten Prozess der Glykolyse (=Abbau von Glukose). Sie dient damit der Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels während einer Fastenzeit sowie dem Gleichgewicht zwischen Glukose und Insulin im Blut.

Pyruvatcarboxylase ist auch abhängig vom Kofaktor Biotin. 

Mangan erhöht möglicherweise die Glukosetoleranz von Zellen und könnte durch Regulierung des Blutzuckerspiegels auch gegen Diabetes helfen. Im Tierversuch mit Ratten konnte jedenfalls eine Erhöhung der Glukosetoleranz der Zellen festgestellt werden.

Mangan ist auch wesentlich an der Insulinproduktion und -sekretion der Bauchspeicheldrüse beteiligt. Laut einer Studie schützt die Gabe von Mangan Diabetes-Patienten besser vor der schädlichen Wirkung von „schlechtem“ LDL-Cholesterin. In Diabetes-Patienten wurden zudem vergleichsweise niedrigere Konzentrationen an Mn-Superoxiddismutase (MnSOD) in weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gefunden.

8) Weitere Enzyme, an denen Mangan beteiligt ist

Concanavalin A, Lactose-Synthetase, Isocitrat-Dehydrogenase (im Citratzyklus der Mitochondrien), Katalase (in der Atmungskette), Phosphoethanolamin-/Phosphocholin-Phosphatase (zur Bildung von CDP-Cholin), 3-Isopentenylpyrophosphat-Isomerase, Farnesylpyrophosphat-Synthetase und Squalen-Synthase (alle im Cholesterinsyntheseweg), Malatenzym (im Citratzyklus)

9) Weitere Wirkungen von Mangan als Nahrungsergänzung

  • schützt das Knochen- und Gewebekollagen vor zellschädigenden Radikalen,
  • unterstützt Biotin (Vitamin H bzw. B7) im Kohlenhydratstoffwechsel,
  • unterstützt und beschleunigt die Hirnfunktion,
  • beteiligt an Herstellung von Melanin (Pigmente),
  • beteiligt an Herstellung von Proteinen,
  • kann bei bestehendem Magnesiummangel als Ersatz für Magnesium bei der Energiegewinnung im Körper verwendet werden,
  • stabilisiert Nervensignalleitung bzw. Nervenimpulse,
  • unterstützt den Fettsäurestoffwechsel und die Gewichtsabnahme speziell an den Hüften (sog. „Birnenform“ ist oft Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion),
  • blockiert übererregenden Effekt auf NMDA-Rezeptoren und beugt damit schwere Hirnschädigungen vor,
  • unterstützt Lungenfunktion und wirkt entzündungshemmend bei Lungenerkrankungen,
  • beschleunigt die Wundheilung und verbessert die Blutgerinnung,
  • unterstützt die Absorption von B-Vitaminen, Vitamin E und Magnesium,
  • unterstützt die Verdauung durch Bildung von Verdauungsenzymen,
  • senkt Bluthochdruck,
  • unterstützt die Bildung von Magensäure.

10) Mögliche Anwendungsbereiche bzw. Indikationen von Mangan

Haarausfall, Kryptopyrrolurie, Allergien, Vorbeugung verschiedener Gelenks- und Knochenerkrankungen (rheumatischer Arthritis, Arthrose, Osteoporose vor allem bei älteren Menschen), Rücken- und Bandscheibenbeschwerden), Blutgerinnungsstörungen, motorische Bewegungsstörung (Tardive Dyskinesie),

Kryptopyrrolurie (hier treten Zink- und Mangan-Mangel meist gemeinsam auf), Schilddrüsenunterfunktion, Lungenerkrankungen (einschließlich COPD) und Asthma, Diabetes, psychische Störungen, Epilepsie, Multiple Sklerose, Schwindel,

Gedächtnisstörungen, Vergesslichkeit, Kupferspeicherkrankheit bzw. Kupferüberschuss, Störungen des Hormonhaushalts, Kalziummangel, Ammoniaküberschuss (Hyperammonämie), Glutamatüberschuss (im Blut), überschießende bzw. chronische Entzündungsreaktionen ausgelöst durch oxidativen Stress,

Eisenüberschuss (und damit verbundene Enzymaktivitätsstörungen manganhaltiger Enzyme in Gewebezellen und in weißen Blutkörperchen), Verdauungsstörungen durch einen Mangel an Verdauungsenzymen, Prämenstruelles Syndrom (PMS und damit verbundene Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Depressionen und Reizbarkeit)

11) Mangelursachen und erhöhter Bedarf von Mangan

Körperlicher und seelischer Stress (oxidativer Stress), Langzeiteinnahme von Psychopharmaka, Gabe von Antazida, Antibiotika und Abführmittel, Magensäuremangel und andere Resorptionsstörungen, Leberfunktionsstörungen, übermäßiger Verzehr von Kohlenhydraten (Weißmehl) oder stark verarbeiteter Nahrung (Fastfood), Alkoholkonsum, Schwermetallbelastung, angeborener Enzymdefekt (zB. Phenylketonurie), erhöhter Verzehr von Calcium (va Calciumpräparate) sowie Eisen (zB bei Eisenmangel-Therapie), Magnesium, Phosphat und Zink (siehe unten zu „Bioverfügbarkeit“)

12) Mangelsymptome von Mangan

  • Allgemein: Hörverlust, Tinnitus, Schwerhörigkeit, Müdigkeit, Chronic Fatique Syndrome (CFS), Erhöhung der Calcium-, Glukose- und Phosphor-Blutwerte, verschlechtere Wundheilung, Wundheilungsstörungen (durch Prolinmangel), Blutgerinnungsstörungen (die auf eine verlängerte Prothrombinzeit beruhen),
  • Verdauung: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, schlechtere Aktivität einzelner Enzyme, Störungen im Kohlenhydrat- und Eiweissstoffwechsel, Pankreasstörungen,
  • Zuckerstoffwechsel: schlechtere Verarbeitung von Insulin, Insulinresistenz und gestörte Insulinsensitivität der Zellen, verschlechterte Glukose-Intoleranz, gestörte Insulinbildung, Hypoglykämie (Unterzuckerung) beim Fasten bzw. bei längeren Intervallen zwischen Nahrungsaufnahme (Stichwort: Glukoneogenese), Blutzuckerschwankungen
  • Fettstoffwechsel: Fettstoffwechselstörung (Abnahme von HDL-Cholesterin (Hypocholesterinämie) und Gesamtcholesterin, Fettleber), Arteriosklerose und Bluthochdruck
  • Gewebsstörungen: Wachstumsstörungen mit Wachstumsverzögerungen und Fehlbildungen von Knochen und Skelett sowie eine Dichteabnahme des Knochens (Osteoporose) mit vermehrter Brüchigkeit, Knorpel- oder Knochendeformationen, Gelenkschmerzen, Muskelfunktionsstörungen mit Bewegungsunsicherheit (Ataxie) Dermatitis sowie trockene Haut und andere Gewebestörungen, Schädigungen an Haaren und Nägeln, gestörtes Haarwachstum, Ergrauen der Haare,
  • Immunsystem: erhöhte Infektanfälligkeit und verminderte Antikörperbildung,
  • Psyche und Neurologie: psychische Störungen (z.B. Depressionen, Demenz, Stimmungsschwankungen, Persönlichkeitsstörungen), Störungen des zentralen Nervensystems (Verwirrtheit, gestörte Koordination, etc.), Gedächtnisstörungen, Schizophrenie (psychische Störung, bei der die Persönlichkeit, das Denken, die Wahrnehmung, die Realitätskontrolle und das Gefühls- und Gemütsleben einer Person ohne Beeinträchtigung der Klarheit ihres Bewusstseins gestört sind)
  • Störungen der Neurotransmitterfunktion (=Störung der Nervreizübertragung auf die Muskelzelle [Ataxie]) und Muskelschwäche, Muskelzuckungen, Erkrankungen des Nervensystems (Krampfleiden, epileptische Anfälle, Schizophrenie), Lähmungen und neurologische Störungen, Pessimismus, Unruhe, nervöse Reizbarkeit und verlangsamte Muskelreflexe
  • Geschlechtsorgane: verstärkte Menstruationsbeschwerden (PMS), (anhaltender) Verlust der Fruchtbarkeit, Potenzprobleme bzw. erektile Dysfunktion, Funktionsstörungen der Geschlechtsorgane, Unfruchtbarkeit (Störungen der Spermaproduktion), verminderte Fruchtbarkeit bis Unfruchtbarkeit, Störungen des Hormonhaushalts

13) Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Manganintoxikationen durch eine Überdosis aus der Nahrungsaufnahme allein konnten bisher nicht beobachtet werden.

Fast alle Studien bezüglich Toxizität von Mangan beziehen sich auf die Inhalation nicht-wasserlöslichen Manganoxidstaubs in der Arbeitswelt (Stahlindustrie). Neben Manganpneumonie und Lungenentzündung mit Atemnot löst Mangan in diesen Fällen Vergiftungserscheinungen (neurodegenerative Schäden) aus, weil es über Schleimhäute direkt ins Blut aufgenommen wird, ohne zuvor von der Leber verstoffwechselt worden zu sein.

Die vorliegenden Studienergebnisse könnten auch relevant sein für eine langjährige Einnahme von Mangansupplementen.

Laut dem Linus Pauling Institute (Oregon State University) gibt es zu einer Langzeit-Supplementierung mit Mangan in hoher Dosierung über mehrere Jahre derzeit nämlich erst eine Studie (Keen C, Zidenberg-Cherr S. Manganese toxicity in humans and experimental animals).

Jedenfalls wird das vom Darm absorbierte zweiwertige Mangan II zu einem kleinen Teil von der Leber in den Blutkreislauf freigeben und dort zu dreiwertigem Mangan III verstoffwechselt (genauer: Oxidation durch das kupferhaltige Transportprotein Coeruloplasmin). Dieses kann erst dann in Gewebezellen zur Weiterverarbeitung aufgenommen werden. Vor allem bei Kindern reichert sich dieses jedoch bevorzugt im Hirn an.

Typische Vergiftungserscheinung von Mangan wegen dieser Gewebsablagerungen betreffen vor allem das Zentralnervensystem (ZNS, Gehirn) und einen damit zusammenhängenden Dopaminmangel:

  • Hohe Konzentrationen an nicht wasserlöslichem, dreiwertigem Mangan III (Mn3+) führen nämlich zur oxidativen Umwandlung des Neurotransmitters Dopamin zu einer Trihydroxyverbindung, welche Dopamin herstellende Nervenzellen des Gehirns (Basalganglien) schädigt. Diese neurodegenerative Wirkung führt zu Dopaminmangel.
  • Dopaminmangel selbst kann ähnliche Symptome wie bei Morbus Parkinson oder die Krankheit selbst auslösen (Parkinson ist typischerweise gekennzeichnet durch einen Mangel an Dopamin). 

Psychische Symptome durch Manganüberschuss werden „manganic madness“ oder „Manganismus“ genannt und sind zB Reizbarkeit, Aggressivität, Depressionen, Desorientiertheit, Gedächtnisverlust, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsprobleme, Halluzinationen. Manganismus wird mit dem Medikament L-Dopa behandelt.

Einige der weiteren Nebenwirkungen bzw. Überschusssymptome betreffen vor allem die Konkurrenz zu Eisen (Eisenmangel führt zu Blutarmut / Anämie), die Funktionen von Leber bei Leberfunktionsstörungen und die Bauchspeicheldrüse.

Lt. Studien mit Ratten steht Mangan auch im Zusammenhang mit einem Überschuss des Hormons Prolaktin sowie Mängel an Testosteron, FSH sowie reduziertem Hodengewicht und Spermienanzahl.

Weitere Nebenwirkungen können sein: Nervenschäden, Schäden an Leber und Bauchspeicheldrüse, Schwindel, vermehrte Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Depressionen, Lernschwierigkeiten, Teilnahmslosigkeit, Wesensveränderungen, Impotenz, Apathie (Teilnahmslosigkeit), Asthenie (Schwäche), Anorexie (Appetitverlust), Insomnie (Schlafstörungen) und Myalgie (Muskelschmerzen), Sensibilitätsstörungen, Reflexabweichungen und Muskelkrämpfe.

14) Wann sollte Mangan nicht angewendet werden? (Kontraindikationen)

  • chronische Lebererkrankungen (zB Leberzirrhose, Leberschäden durch Alkoholkonsum)
  • Gallenblasenerkrankungen (va Gallensäuremangel führt zu übermäßiger Mangan-Speicherung),
  • Eisenmangel (erhöht Absorption von Mangan und das Risiko für dessen Ablagerung im Gehirn erheblich), parenterale (künstliche) Ernährung oder intravenöse Gabe,
  • bestimmte bakterielle Infektionen (zB mit E. Coli-Bakterien, welche sich sowohl mit eigenem Eisen als auch Mangan gegen den Beschuss mit freien Radikale des Immunsystem wehren können),
  • Kinder und Neugeborene (Anreicherung von Mangan im Hirn),
  • Gabe bestimmter Antibiotika (Mangan setzt Wirksamkeit von Tetracyclinen und Quinolonen herab).

 

15) Dosierung und Tagesbedarf von Mangan

Der Tagesbedarf für Erwachsene wird zwischen 2 und 6mg (lt. D-A-CH-Referenzwerten) geschätzt, wobei in Mitteleuropa die Einnahme bei Normalkost bei ca. 2 mg bis 3 mg (Männer im Durchschnitt täglich etwa 2,7 mg und Frauen 2,4 mg) liegt, bei vollwertiger Kost auch bis zu 7 mg. Ein leichter Mangel ist daher häufig.

Männer haben meist volle Eisenspeicher und resorbieren dadurch weniger Mangan als Frauen.

Laut Tolerable Upper Intake Level (UL) des Food and Nutrition Board (FNB, Institute of Medicine) gilt eine tägliche Verzehrmenge von 11mg für Erwachsene als sicher.

Laut UK-Sachverständigen liegt die  „acceptable total manganese intake“ bei 8,7 mg/Tag (sichere Höchstmenge von Mangan, die bei täglicher, lebenslanger Zufuhr aus allen Quellen keine Nebenwirkungen verursacht).

(Einzelne Heilpraktiker berichten sogar, dass auch bei einer Gabe bis zu 500 mg/Tag keine Nebenwirkungen auftraten)

16) Formen von Mangan

Organisch gebundenes Mangangluconat oder Manganchelate (Manganverbindungen mit Aminosäuren zB Aspartat, Picolinat, Fumarat, Malat, Succinat, Citrat, andere Aminosäuren) haben eine höhere Bioverfügbarkeit als Mangansulfat (MnSO4).

 

17) Mögliche Anwendungsbereiche bzw. Indikationen von Mangan

Vorbeugung verschiedener Gelenks- und Knochenerkrankungen (rheumatischer Arthritis, Arthrose, Osteoporose vor allem bei älteren Menschen), Rücken- und Bandscheibenbeschwerden),

Blutgerinnungsstörungen, motorische Bewegungsstörung (Tardive Dyskinesie), Kryptopyrrolurie (hier treten Zink- und Mangan-Mangel meist gemeinsam auf),

Schilddrüsenunterfunktion, Lungenerkrankungen (einschließlich COPD) und Asthma, Diabetes, psychische Störungen, Epilepsie, Multiple Sklerose, Schwindel, Gedächtnisstörungen, Vergesslichkeit, Kupferspeicherkrankheit bzw. Kupferüberschuss,

Störungen des Hormonhaushalts (Mangel an Sexual- oder Schilddrüsenhormonen), Kalziummangel, Ammoniaküberschuss (Hyperammonämie), Glutamatüberschuss (im Blut), überschießende bzw. chronische Entzündungsreaktionen ausgelöst durch oxidativen Stress,

Eisenüberschuss (und damit verbundeneen Enzymaktivitätsstörungen manganhaltiger Enzyme in Gewebezellen und in weißen Blutkörperchen),

Verdauungsstörungen durch einen Mangel an Verdauungsenzymen, Prämenstruelles Syndrom (PMS und damit verbundene Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Depressionen und Reizbarkeit), Haarausfall, Allergien

18) Natürliches Vorkommen von Mangan in Nahrungsmittel

Hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel (Vegetarier leiden weit weniger an Manganmangel), allem voran Getreide- und Vollkornprodukte (Haferflocken, Weizen, Kleie), Trinkwasser, Reis, Soja, Zimt, Ingwer, Ananas, Knoblauch, Nüsse (Erd- und Haselnüsse), Schokolade, Bananen, Kokos, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse (Spinat), Kartoffeln, Kohlsorten, Austern, Gewürznelken.

19) Nachweis eines Manganmangels

Haaranalyse, Vollblutanalyse, im Blut zwischen 0,4-1,2 µg/l, im Urin 0,2-1,0 µg/l

  • Im Blut erhöht bei: rasch und schwer verlaufender Hepatitis, schwerer koronarer Herzerkrankung (KHK), Nierenschwäche (Niereninsuffizienz), die mittels Blutwäsche (Dialyse) behandelt werden muss
  • Im Blut erniedrigt bei: parenteraler Ernährung über die Venen, gelegentlich bei Epilepsie und Osteoporose, die nach den Wechseljahren einsetzt

20) Bioverfügbarkeit von Mangan

Die Absorptionsrate von Mangan aus der Nahrung beträgt unter physiologischen Bedingungen zwischen 3-8 %. Supplements und Trinkwasser haben eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit als Nahrungsmittel und führen damit auch zu einer schnelleren Anreichung von Mangan im Hirn.

Mangan II wird im Dünndarm durch den Transporter DMT-1 (zuständig für die Aufnahme zweiwertiger Metalle) aufgenommen und teilt sich mit Eisen den gleichen Absorptionsweg ins Blut. Im Blut wird Mangan dann in freier Form oder durch das Transportprotein alpha-2-Makroglobuline (Proteine des Blutplasmas) über die Pfortader zur Leber transportiert.

Ein kleiner Anteil des von der Leber ins Blut abgegebenen Mangans II wird in Mangan III umgewandelt und dann an das für Mangan spezifischen Transportprotein beta-1-Globulin gebunden, um in Gewebezellen eingelagert werden zu können und dort als Kofaktor für Enzyme zu wirken. Daneben konkurriert Mangan mit Eisen im Blut auch um das Transportprotein Transferrin. (Achtung: Dies ist der Grund, weshalb ein Eisenmangel die Manganresorption um 2-3faches erhöhen kann.)

Umgekehrt führt ein Eisenüberschuss zu einer niedrigeren Mangankonzentration in den Zellen und damit zu einer eingeschränkten Enzymaktivität manganhaltiger Enzyme.

Konkurrenzen hins. Bioverfügbarkeit und Absorption bestehen mit: Calcium, Magnesium, Phosphat, Phytat, Oxalsäure, Tannine, Eisen und Cobalt (beide Konkurrenz bei Transporter DMT-1), raffinierten Kohlenhydrate, Cadmium und Kupfer. Eine Steigerung der Bioverfügbarkeit ist durch Milch, Histidin und Citrat möglich.

21) Sinnvolle Nährstoff-Kombinationen mit Mangan

  • Bei Blutgerinnungsstörungen und zur Bildung von Prothrombin kann Mangan mit Vitamin K sinnvoll kombiniert werden.
  • Laut Studien erhöht eine zu niedrige Aufnahme von Vitamin C und Mangan das Risiko, an Asthma zu erkranken. Bei Lungenerkrankungen generell (einschließlich COPD) hat sich die Gabe von Mangan in Kombination mit Selen und Zink als wirkungsvoll herausgestellt.
  • In der Kombination mit Zink, Calcium und Kupfer konnte durch die zusätzliche Gabe von Mangan die Knochendichte bei Osteoporosepatienten verbessert und ein weiter Verlust an Knochenmaße verhindert werden. Bei Osteoporose ist daneben auch die Gabe weiterer Knochen aufbauender Nährstoffe (Vitamin D, Magnesium und Bor) sinnvoll.
  • Gemeinsam Calcium und Zink beschleunigt Mangan die Wundheilung.
  • Bei Kryptopyrrolurie treten Zink- und Mangan-Mangel meist gemeinsam auf.
  • Einigen Studien zufolge sind in Fibromyalgie-Patienten vergleichsweise niedrige Werte von Calcium, Magnesium, Eisen und Mangan gefunden worden.
  • Einer Studie zufolge sind in bei PMS-Patientinnen vergleichsweise niedrige Werte von Calcium, Chrom, Kupfer und Mangan gefunden worden.
  • Kombipräparat „7-Keto Naturalean“ mit Mangan, 7-Keto-DHEA, Tyrosin, Spargelwurzelextrakt, Cholin Bitartrat, Inositol, Kupfergluconat und Kaliumjodid könnte Gewichtsverlust bei übergewichtigen Menschen bei einer Anwendungsdauer von 8 Wochen bewirken.

22) Reviews / Anwenderberichte zu Mangan

vermehrt erotische Träume, besserer Schlaf, wirkt appetitanregend, wirkt gegen Schwindel und Schleimbeutelentzündung, gegen Haarausfall, wirkt gegen grundloses Weinen (Eignung für Menschen die zu nah am „Wasser“ gebaut sind), Einnahme von 50mg täglich seit Jahren und keine Probleme damit

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1) By Daniel Schwen (Own work) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

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