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Wie funktioniert Durchblutung und Wärme im Körper?

von | Mrz 24, 2019 | Biochemie-Grundlagen

Ist dir ständig kalt unabhängig von der Jahreszeit, oder sind deine Hände und Füße kalt? Fehlt es dir generell an innerer Wärme?

Im folgenden Artikel sehen wir uns an wie der Körper seine Körpertemperatur und Durchblutung aufrecht erhält, und auch wie dieser Stoffwechsel gestört werden und in diesem Fall wieder aufgebaut werden kann. 

Grob betrachtet finden sich Ursachen für mangelnde Wärme oder Durchblutung des Körpers in: 

  • Schilddrüsenunterfunktion,
  • Mitochondrienstörung oder eine
  • Durchblutungsstörungen
  • Blutarmut (Anämie)

Sehen wir uns die einzelnen Bereiche im folgenden Artikel mal genauer an.

Gesamt-Lesezeit: 3 Minuten

1) Schilddrüse steuert Wärmeproduktion

Die Schilddrüse ist das wichtigste Organ, wenn es um die Energieerzeugung des Körpers geht.

Denn die Schilddrüse gibt mit ihren Hormonen den Mitochondrien (=Energiekraftwerke der Zellen) vor, wie viel Energiesubstrate (also Glukose und Fettsäuren) sie verbrennen sollen, um Energie (=ATP) und Wärme zu erzeugen.

Sie steuern damit auch die Thermogenese, also die Wärmeprodkution und -regulation des Körpers. Für jemanden der von Grund auf schlank ist, fällt eine Schilddrüsenunterfunktion im Regelfall aus, weil eben die Energieverbrennung offensichtlich funktioniert (und bei einer Schilddrüsenüberfunktion sogar überschießend ist). Das heißt Jod, Tyrosin und sonstige Koenzyme, die die Schilddrüsenhormonbildung unterstützen (zB Zink und Mangan), werden in solchen Fällen nicht helfen.

Die Schilddrüse zu unterstützen, kann aber bei Menschen mit langsamen Stoffwechsel (und Übergewicht) sinnvoll sein, um den Stoffwechsel zu beschleunigen und wieder mehr Wärme in den Körper zu bekommen.

 

2) Mitochondrien erzeugen Wärme

Die Mitochondrien sind unsere Kraftwerke. Sie wandeln Zucker und Fett in die Unversal-Energiewährung im Körper um, Adenosintriphosphat (ATP).

In den Mitochondrien wird aber nicht nur Energie (ATP), sondern auch Wärme gebildet.  Für beides benötigen Mitochondrien so gut wie alle B-Vitamine, Magnesium und antioxidative Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Mangan sowie Sauerstoff (inkl. Eisen).

Man kann die Bedeutung der Mitochondrien für die Gesundheit gar nicht oft genug wiederholen:

Wer Biochemie und Gesundheit verstehen will, muss verstehen was Mitochondrien sind und was ihre Aufgabe ist!

Falls du nicht weißt, was Mitochondrien sind, schau mal diese vereinfachte Abbildung einer menschlichen Zelle an: 

Die Mitochondrien sind als (4) abgebildet und sind ein wichtiger Bestandteil der gesamten Gesundheit des Menschen. Unter (1) siehst du die Zellmembran, die sich von anderen Zellen abgrenzt, unter (2) den Zellkern oder auch Nukleus und (3) sind mehr oder weniger die Ein- und Ausgänge der Zellen. 

Für den Transport von Energiesubstraten (Glukose und Fettsäuren) in die Zellen und weiter zu den Mitochondrien, benötigt Glukose ausreichend vom Hormon Insulin und eine gute Insulinsensitivität der Zelle. Das heißt Insulin muss funktionieren, was es beispielsweise bei einer Insulinresistenz nicht tut.

Um hingegen Fett in den Zellen verbrennen zu können, muss es von Cholin von der Leber in die Zellen transportiert werden.

 

3) Gute Durchblutung als Grundlage für Wärme

 

Damit die Wärmeproduktion in den Zellen/Mitochondrien überhaupt stattfinden kann, muss eine gute Durchblutung dafür sorgen, dass Energiesubstrate (Glukose/Fettsäuren) überhaupt erst dorthin gelangen.

Ursache für Durchblutungsstörungen können sein:

  • Raynaud Syndrom (seltene Autoimmunerkrankung mit Leitsymptom kalten Händen und Füßen)
  • oxidativer Stress in den Blutgefäßen (durch Entzündungen oder hohe Blutzucker- oder Blutfettspiegel, also Diabetes und Arteriosklerose)
  • Stickstoff-Stoffwechselstörungen

Am einfachsten können Durchblutungsstörungen behoben werden, indem die Bildung von Stickstoff in den Blutgefäßen erhöht wird. Denn Stickstoff (NO) ist der Hauptakteur, wenn es darum geht die glatte Muskulatur der Blutgefäße zu entspannen und damit Durchblutung an sich überhaupt erst zu ermöglichen.

Stickstoff benötigt für seine Bildung in erster Linie die Aminosäure Arginin.

Diese ist nämlich der limitierende Faktor (engl. rate limiting factor) und damit der Engpass für die Stickstoffsynthese.

Sidefact: Interessanterweise wurde in der Forschung herausgefunden, dass eine Gabe der Aminosäure Citrullin noch besser in der Lage ist, den Arginin-Spiegel im Blut zu erhöhen als die Einnahme von Arginin selbst.

Weitere benötigte Kofaktoren der Stickstoffsynthese sind Folat (=Vitamin B9), Zink, Vitamin B2, B3 und Eisen (inkl. Sauerstoff).

Ein Pflanzenstoff, der Stickstoff in den Gefäßen natürlich erhöhen kann, wäre beispielsweise Curcumin, also der Wirkstoff aus Gelbwurz/Curcuma.

Achtung: Stickstoff wird hinsichtlich der Entstehung von nitrosativen Stress in der Fachwelt kontroversiell diskutiert. Insbesondere bei einer chronischen Entzündung kann es nämlich zu einer sogenannten “Entkoppelung” von Enzymen kommen. Dabei gerät Stickstoff sozusagen in die falsche Bahn. Statt in den Blutgefäßen Stickstoff zu bilden (über das Enzym eNOS), wird vermehrt vom Immunsystem Stickstoff zur Keimabwehr gebildet und werden dadurch Entzündungen gefördert (über das Enzym iNOS).

Vor allem bei Autoimmunerkrankungen, hochentzündlichen Erkrankungen oder einer generell unberechtigt (!) starken Immunreaktion, zB wenn infektiöse Fremdkeime schon längst abgetötet sind, wird daher grundsätzlich von der Gabe von Arginin abgeraten.

Dennoch:

Stickstoff ist lebensnotwendig und für eine gute Gesundheit unerlässlich.

… denn es schützt Blutgefäße, Herz und den ganzen Körper vor Minderdurchblutung/Durchblutungsstörungen.

Abschließend anzumerken ist, dass gegen oxidative Schäden der Blutgefäße (auch durch iNOS-Stickstoff) antioxidativ wirkende sekundäre Pflanzenstoffe helfen können:

Dazu zählen beispielsweise OPC oder andere Polyphenole wie Rutin oder insbesondere Pinienrindenextrakt (engl. pine bark). Die darin enthaltenen antioxidativ wirkenden Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Fähigkeit der Blutgefäße Stickstoff überhaupt produzieren zu können, aufrechterhalten wird. 

4) Blutarmut (Anämie)

Rote Blutkörperchen haben die Aufgabe Sauerstoff in die Zellen zu transportieren. Das in ihnen enthaltene Hämoglobin, also der eisenhaltige Blutfarbstoff, sorgt dafür, dass diese grundlegende Körperfunktion aufrecht erhalten wird. Ohne Sauerstoff in den Zellen/Mitochondrien können diese weder Energie (ATP) noch Wärme bilden.

Bei einer Blutarmut (Anämie) liegt ein Mangel an roten Blutkörperchen oder deren Funktionsfähigkeit vor, die auf verschiedene Ursachen rückführbar ist.

Zu den Risikogruppen für Anämie zählen insbesondere Frauen und Vegetarier.

Frauen beispielsweise haben wegen der Menstruation und dem Blutverlust deutlich öfter einen Eisenmangel und damit erhöhtes Risiko für eine Blutarmut. Vegetarier nehmen weniger Eisen über die Nahrung auf als Fleischesser. 

Für die Blutbildung im Rückenmark entscheidend sind vor allem B-Vitamine, allen voran Vitamin B12, B9 und B6. Mit ihnen kann die Blutbildung unterstützt werden.

Achtung: Vor allem die sideroblastische Anämie durch einen Vitamin B6-Mangel ist schwer zu diagnostizieren, da sie mit normalen Hämoglobinwerten im Blut einhergeht und nur mikroskopisch anhand Veränderung des Hämoglobin-Moleküls erkennbar ist. 

Auf der anderen Seite kann bei einer Anämie auch gezielt der Eisenstoffwechsel unterstützt werden, wie zB durch Kupfer und Vitamin B2.  Auch die gemeinsame Einnahme von Vitamin C mit eisenhaltigen Nahrungsmitteln unterstützt die Eisenaufnahme. 

Ich hoffe, ich konnte dir die Zusammenhänge verständlich erklären und dir Handlungsalternativen bei kalten Händen und Füßen anbieten.  

Alles Gute

Daniel

 

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