Candida-Mykose

Ein Guide zur intestinalen Fehlbesiedlung mit dem Hefepilz Candida albicans

Eine Überwucherung des Verdauungstrakts mit dem Hefepilz Candida albicans ist für viele Betroffene mit einer langwierigen körperlichen Belastung verbunden. Im folgenden Guide erfährst du das Wichtigste (und mehr), was du zu dieser Art von Candida wissen musst.

(springe hier zur Kurzfassung der Anti-Pilz-Behandlung)

1) Was ist Candida albicans?

Candida albicans ist ein fakultativ pathogener Hefepilz, der natürlich in der Ernährung und in kleinen Mengen im menschlichen Darm vorkommt. Candida albicans ist eine von mehr als insgesamt 200 Arten von Candida. Rund ein Dutzend davon sind schädlich wie beispielsweise auch Candida krusei, Candida tropicalis oder Candida glabrata.

Ungefährlich sind hingegen die Bäcker- und Brauerhefen (S. cerevisiae), die in der Lebensmittelherstellung verwendet werden.  Diese rutschen haltlos durch den Verdauungstrakt und werden wieder ausgeschieden. Im Gegensatz dazu können sich ihre schädlichen Artgenossen an den Zellen der Darmschleimhaut festhalten und sich dort vermehren.

Pilze können aber auch folgende Körperregionen besiedeln: Mundhöhle, Mundschleimhaut, Genitalschleimhaut, Bindehäute, feuchte Hautfalten und Nagelfalze.

Es werden folgende Synonyme für eine Infektion mit Candida verwendet: Candida-Infektion, Candidose, Kandidose, Candidosis, Candidamycosis, Candidamykose, Kandidamykose, Moniliasis, Soor.

Der Pilz kann durch direkten Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden, wobei ein einfacher Händedruck nicht ausreichend ist, allerdings Küssen oder Geschlechtsverkehr. In der Schulmedizin ist Candidosis nach wie vor lediglich als vaginale Hefe-infektion oder als Mundsoor bei Kindern anerkannt, nicht aber hinsichtlich einer infektiösen Überwucherung des Verdauungstrakts.

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1.1.) Kurzfassung zur Anti-Pilz-Behandlung

(Anm.: folge den Links für mehr Erklärung und Produktvorschläge)

Kurzfristig:

  • 1. Sanfte Anti-Pilz-Diät mit Verzicht auf Zucker- und Alkoholkonsum
  • 2. Pilz-Biofilm zerstören mit „Biofilmdisruptoren“ (zB N-Acetyl-Cystein, Apfelessig)
  • 3. Pilz angreifen mit verschiedenen natürlichen Anti-Pilz-Mitteln (Undecenylsäure, Caprylsäure, Oreganoöl, Gewürznelken und/oder MSM)
  • 4. Tote Pilzen und deren Toxinen im Darm binden (Zeolith/Silizium, Heilerde)
  • 5. Darmbewegung erhöhen und tote Pilze und deren Toxine ausscheiden (Flohsamenschalen und Ballaststoffe)
  • 6. Erstverschlimmerung/Herxheimer-Reaktion abmildern durch Leberentgiftung von (Myko-)Toxinen und Schwermetallen (MSM, Methionin, N-Acetyl-Cystein, Zeolith/Silizium, Heilerde, Molybdän [zur Entgiftung von Acetaldehyd])

Langfristig:

  • Immunsystem stärken (Zink, Kupfer, Mangan, Selen, Reduktion von Stress und Koffein)
  • Darmentzündung abbauen (Ingwer, Curcuma/Gelbwurz, Omega 3-Fettsäuren [sofern verträglich]),
  • Darmschleimhaut aufbauen (Cholin [bzw. Lecithin sofern verträglich], Zink, Vitamin D, Glutamin, Arginin),
  • Darmflora ansäuern und darmassoziiertes Immunsystem aufbauen (Probiotika, Joghurt, später auch S. Boulardii, Inulin und sonstige Fermente [falls verträglich])

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1.2.) Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers gegen Candida

Magensäure kann dem Pilz nichts anhaben, und so gelangt er über die Nahrung unbeschadet und natürlicherweise in den Darm. So kommt es, dass Candida bei etwa jedem zweiten gesunden Mitteleuropäer in kleinen Mengen im Dickdarm vorkommt. Meist löst der Pilz dort auch keine Beschwerden aus, weil Hefepilze normalerweise im Darm durch die natürliche Besiedelung mit Darmbakterien (zB Laktobazillen wie Acidophilus u.a.) am ungebremsten Wachstum gehindert und in verträglicher Population gehalten werden.

Die „guten“ Milchsäurebakterien (Lakto- und Bifidobakterien) produzieren kurzkettige Fettsäuren (Butyrat, Propionat, Acetat) und andere Stoffe (das freie Radikal Wasserstoffperoxid), um die Kolonisationsresistenz gegenüber Fremdkeime aufrecht zu erhalten.

Und auch das Immunsystem hält im gesunden Zustand eine überschießende Candida-Ausbreitung unter Kontrolle.

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1.3.) Candida-Betroffene haben meist eine lange Krankengeschichte

Eine Behandlungspflicht ist erst dann gegeben, wenn der Pilz überwuchert und beginnt Symptome auszulösen. Aufgrund der großen Bandbreite und der mangelnden Spezifität der Symptome werden Pilzüberwucherungen (Candidose) fälschlicherweise oft nicht diagnostiziert oder als Reizdarmsyndrom klassifiziert.

Betroffene weisen typischerweise eine lange Krankengeschichte mit vielen Arztbesuchen auf und werden auch regelmäßig in psychologische bzw. psychiatrische Behandlung geschickt. Einerseits wissen allgemeine Ärzte mit dem umfangreichen Symptomkomplex nichts anzufangen und Fachärzte konzentrieren sich lediglich auf ein betroffenes Organ.

Andererseits fliegt eine Candida-Infektion auch labordiagnostisch gesehen oft „unter dem Radar“, wenn nur die gewöhnlichen Blut-Untersuchungen durchgeführt werden. Und dass obwohl eine Pilzüberwucherung stark in den menschlichen Stoffwechsel eingreifen kann.

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1.4.) Candida siedelt sich bevorzugt im Dünndarm an

Einmal über die Nahrung aufgenommen siedelt sich der Pilz vorzugsweise im Dünndarm (Darmzotten) an und bedient sich dort der Nährstoffe Zucker, Calcium und Zink, noch bevor diese in die Blutbahn gelangen. Betroffene berichten daher von einem verstärkten Verlangen nach süßen und zuckerhaltigen Speisen.

Alternativ kann Candida sich auch anderer Nahrungsquellen bedienen zB am Neurotransmitter GABA oder am Glykoalkohol Inositol. Im Dünndarm ist es ausreichend warm für eine weitere Vermehrung des Pilzes. Für das Auftreten von Symptomen wird hauptsächlich die Besiedelung der unteren 2/3 des Dünndarmes verantwortlich gemacht.

Hefepilze wandeln Zucker zu Kohlendioxid (Gasbildung), Acetaldehyd (Alkohol) und Fuselalkoholen um, welche im menschlichen Körper toxisch wirken und den Pilz vor Bakterien und Viren schützen sollen. Candida ist ein sehr intelligenter Organismus, der dem Immunsystem gekonnt ausweichen kann und jede Gelegenheit nutzt, um sich weiter auszubreiten.

Pilze können sich unheimlich rasch vermehren. Unter optimalen Bedingungen kann sich die Anzahl von Pilzzellen im Dünndarm innerhalb von 20 Minuten verdoppeln. Pathogene Hefen wie Candida sind nicht säureempfindlich, manche vermehren sich sogar noch bei einem pH-Wert von 1 (siehe Magensäure). Auch die menschlichen Darmsäfte können sie ebenfalls nicht abtöten.

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1.5.) Candida besteht zum Großteil selbst aus Zucker

Die Zellwände des Pilzes bestehen zu 90 % aus den Polysacchariden (Mehrfachzucker) sowie zu kleinen Anteilen auch aus Proteinen und Lipiden. Von innen (an der Darmwand) nach außen gesehen besteht der Zellkern von Candida aus einer Plasmamembran, Mannoprotein II, Glukan-Chitin, Glukan, Mannoprotein I (Mannan) und Fibrin.

Auf der Fibrinschicht bildet sich auch der Candida-Biofilm, welcher hauptsächlich aus den gleichen Bestandteilen besteht wie der Zellkern selbst. Das Glykoprotein Mannan im Zellkern sorgt für die Anhaftung des Pilzes an der Darmwand, hilft das Immunsystem zu unterdrücken und schützt den Pilz.

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1.6.) Nährstoffmängel ausgleichen:

Durch eine Candida-Infektion können Mangelzustände an Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Selen, Chrom, Molybdän, B-Vitamine (B3, B6, B12), Glutamin, Biotin (Vitamin B7 oder Vitamin H), etc. entstehen, die ausgeglichen werden sollten.

Mängel an B-Vitaminen einschließlich Biotin entstehen durch den Mangel an „gesunden“ Darmbakterien. Biotin ist ein schwefelhaltiges Koenzym (Vitamin).

Biotin ist außerdem imstande, Candida in seiner Umwandlung von der Hefe- in die Hyphenform und damit seine Ausbreitung zu einer invasiven Candidose zu hindern. 

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Candida auf Pap-Test

2) Ausbreitung von Candida: Wie verläuft eine Infektion mit Candida?

2.1.) Candida macht den Darm basischer

Nach der Ansiedelung erhöht Candida mittels Ausschüttung von basischem Ammoniak den pH-Wert des Darms zu seinen Gunsten ins basische Milieu und verdrängt damit acidophile (säureliebende) Milchsäurebakterien (die „guten“ Darmbakterien). Auch das Absterben des Pilzes geht mit einer erhöhten Ammoniakbelastung einher.

Einige Quellen nennen eine chronische Übersäuerung als Ursache für eine Candida-Überwucherung. Hierzu ist anzumerken, dass grundsätzlich eine basische und auf Gemüse basierende Ernährung erstrebenswert ist, aber Candida in einer sauren Umgebung zunächst nur langsam und in seiner nicht pathogenen Hefeform wächst.

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2.2.) Candida kann seine Form ändern

Spätestens mit einer ausreichenden Alkalisierung des Darms wandelt sich der Pilz in seine aggressive und pathogene Hyphenform um, bildet dabei lange Wurzeln (sog. Rhizoide) und macht damit den Darm durchlässiger (sog. „leaky gut“-Syndrom).

Auch ein Aushungern des Pilzes, der Angriff auf den Pilz oder eine zu große Pilzpopulation wird mit einer Umwandlung von Candida in seine Hyphenform in Verbindung gebracht. Die Hyphenform gilt als schwerer zu behandeln als die lediglich auf der Darmschleimhaut sitzende Hefe.

In seiner Hyphenform ist Candida stark auf ein ausreichendes Angebot an Fettsäuren angewiesen. Hier setzt deshalb auch die Wirksamkeit von natürlichen Behandlungsmethoden einer Candidose an (siehe unten zu Capryl- und Undecenylsäure).

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2.3.) Candida macht den Darm durchlässiger und kann den Blutzucker anzapfen

Hat der Pilz einmal die Blutbahn erreicht, kann er den Blutzucker als Nahrungsquelle anzapfen und ist dadurch weniger auf den Zucker im Darm angewiesen. Dies kann bei Betroffenen zu Unterzuckerungssymptomen (Hypoglykämie) führen.

Durch die Bildung von Wurzeln und die Sekretion gewebslösender Enzyme wie Proteasen (eiweißspaltende Enzyme) und Phospholipasen von Candida, wird die Darmwand perforiert und es entsteht das „leaky gut“-Syndrom (LGS).

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2.4.) Candida-Toxine können Allergien auslösen

Ab diesem Zeitpunkt dringen vermehrt Candida-Toxine, unverdaute Nahrungsbestandteile und andere pathogene Erreger (zB E.Coli-Bakterien) in den Blutkreislauf ein, die das Immunsystem überstrapazieren und so zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten und letztlich Autoimmunerkrankungen führen können. Durch die Schädigung der Dünndarmschleimhaut, sondert diese beispielsweise auch weniger Enzyme zum Abbau von Histamin und Laktose ab.

Nach anfänglicher Ablehnung seitens der Schulmedizin erhält das „leaky gut“-Syndrom nun immer mehr Anerkennung und wird seither intensiv erforscht. Candida ist ein polyantigener Organismus und kann aufgrund seiner starken antigenen Eigenschaften auch einige Kreuzreaktionen mit anderen Hefen, Schimmelpilzen und sogar menschlichem Gewebe bewirken.

Die Toxine neigen dabei dazu, sich in den energetisch schwächsten Organen und Geweben abzulagern. Einmal ins Blut gelangt, binden sich Toxine auch an diverse Hormone (zB Pregnenolon, Cortisol, Östrogen) und machen diese für die entsprechenden Hormonrezeptoren nicht verfügbar, was zu Hormonstörung bzw. –imbalancen führt.

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2.5.) Candida kann ins Blut eindringen

Candida-Zellen können bei einer starken Unterdrückung des Immunsystems theoretisch aber auch selbst in den Blutstrom eindringen, andere Organe befallen und eine Sepsis auslösen. Siedelt sich der Pilz an, versteckt er sich vor allem bei einer Anti-Pilz-Behandlung in sauerstoffarmen Körperregionen und kann bei der richtigen Gelegenheit eine Reinfektion auslösen. Diese Aussage wird zumindest vom neuseeländischen Candida-Experten Eric Bakker N.D. vertreten, welcher bereits seit 25 Jahren Candida-Betroffene behandelt.

Sowohl der Eintritt in den Blutstrom als auch das Auslösen einer Sepsis direkt durch Candida-Zellen werden jedoch in der Medizin bisher nur bei einer starken Schwächung des Immunsystems anerkannt zB bei HIV/AIDS, Leukopenie, etc. Das liegt daran, dass Candida-Zellen bei Eindringen in den Blutstrom (Venen) durch das Immunsystem (weiße Blutkörperchen) eliminiert werden. Jedenfalls kann der Pilz in einer späten und seltenen, aber sehr gefährlichen Phase vor allem die Bronchien in der Lunge (Candida-Pneumonie), sowie weiters auch Blase, Nieren, Leber, Milz, Augen (Endophthalmitis) sowie die Herzinnenwand (Endokarditis), die Geschlechtsorgane, Gehirn und Nerven befallen. Unbehandelt kann der Pilz daher durchaus tödlich sein.

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2.6) Candida kann das Immunsystem umgehen

Bei einer Pilzinfektion bekämpft das Immunsystem den Pilz mit einer Attacke aus freien Radikalen. Dagegen wehrt sich der Pilz wiederum mit dem Ausstoß kupferhaltiger Enzyme, welche die freien Radikale neutralisieren. Der Körper schüttet bei Erkennen einer Pilzbesiedlung Kupfer ins Blut aus, um den Pilz auszuhungern und seine Verteidigung zu schwächen. In diesen Fällen kann der Pilz laut Studien allerdings auf manganhaltige Enzyme (Superoxid-Dismutase) ausweichen und sich so gegen die freien Radikale wehren.

Die Zellwände von Candida bestehen aus Mannan, die das Immunsystem unterdrücken können und den Pilz damit schützen. Mannan kann von Candida auch ausgesendet werden, um die Suppressorzellen (T-Lymphozyten) des Immunsystems bereits vor einem Angriff auf den Pilz zu neutralisieren. Der Körper wird so anfälliger für alle möglichen Infekte und auch für Allergien. Mannan wird stark mit den opportunistischen Eigenschaften von Candida in Verbindung gebracht.

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Candida auf Pap-Test

3) Was ist ein Biofilm?

Um sich vermehren und vor Angriffen schützen zu können, bilden Pilze gemeinsam mit anderen Erregern (anderen Pilzen, Bakterien und auch Parasiten) eine Kolonie und umschließen sich mit einem sogenannten „Biofilm“. Dem Pilz dient dieser als Schutzschicht gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Anti-Pilz-Mittel. Das ist auch der Grund, weshalb der Pilz gegen eine Behandlung resistent sein kann und Anti-Pilz-Therapien leider oft versagen.

In Biofilm gehüllte Pilze sind signifikant resistenter gegen Anti-Pilz-Mittel als frei bewegliche (auch „planktonische“ Keime genannt). Nachdem das Immunsystem auf Fremdproteine an der Oberfläche einer Erreger-Membran reagiert, sind in Biofilm gehüllte Pilze für das Immunsystem unsichtbar. Über den Biofilm kann der Pilz zudem Nährstoffe aufnehmen und seine Abfallprodukte beseitigen.

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3.1.) Bestandteile des Biofilms: Woraus besteht der Candida-Biofilm?

Biofilme sind wissenschaftlich noch nicht vollständig erforscht, werden aber bereits mit vielen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Der Biofilm von Candida besteht nachgewiesenermaßen zu 32% aus Glukose bzw.  aus einer schleimigen extrazellulären Polysaccharid-Matrix mehrerer Zuckerarten (genauer: α-Mannan, β-1,6 Glucan, and β-1,3 Glucan).

Weitere Bestandteile sind Proteine, Nukleinsäure, Hexosamine, Phosphor und Uronsäure. Es wird angenommen, dass – wie bei Biofilmen anderer Erreger auch – Kalzium und Magnesium die Biofilm-Matrix stabilisieren und dass Eisen genutzt wird, um das Immunsystem zu umgehen. Ein weiterer möglicher Bestandteil des Biofilms ist Fibrin.

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3.2.) Candida nutzt mehrfach ungesättigte Fettsäuren für seinen Biofilm

Weiters nutzt der Pilz mehrfach ungesättigte Fettsäuren als Wachstumsfaktor, indem er diese mit Sauerstoffmolekülen füllt und dadurch Oxylipin erzeugt (sog. „Lipidperoxidation“). Oxylipin reagiert mit Eicosanoiden (Gewebemediatoren bzw. Lokalhormone zB Leukotriene, Prostaglandine, etc.) des Wirts, die an der Blutgerinnung, Vasodilation und Entzündungsregulation beteiligt sind, und können mit diesen entzündliche und immunmodulierende Kreuzreaktionen auslösen.

Candida kann daneben auch selbst authentische Eicosanoide (aus dessen Vorstufe Arachidonsäure) synthetisieren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Oxylipine und Prostaglandine sind nachgewiesenermaßen ein Wachstumsfaktor für Candida und für dessen Biofilmbildung. Dies erklärt mitunter auch die Wirksamkeit antifungal wirkender Fettsäuren (Caprylsäure, Undecenylsäure, Kokosfett generell), die bei einer natürlichen Behandlung einer Candidose zum Einsatz kommen. Der Pilz verstoffwechselt diese, schädigt sich aber selbst damit und wird gezwungenermaßen wieder in seine Hefeform zurückgedrängt, die weniger anspruchsvoll ist.

An Stellen, an denen sich ein Biofilm gebildet hat, kommt es daher zu Entzündungen des darunterliegenden Gewebes.

Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass Candida Sauerstoffmoleküle nicht in gesättigte Fettsäuren zB Stearinsäure einfügen kann. Dies wird technisch als unmöglich angesehen. Eine behauptete Biofilm erzeugende bzw. unterstützende Wirkung von Magnesiumstearat (bestehend aus 96% Stearinsäure und 4% Magnesium), einem universal verwendeten Fließmittel in Nahrungsergänzungsmittel, kann daher ausgeschlossen werden.

Je länger eine Candida-Überwucherung besteht, desto dicker und widerstandsfähiger wird der Biofilm. Die Dicke des Biofilms kann zwischen 25 bis zu 450 µm betragen. Ein erhöhtes Risiko zur Bildung eines Biofilms wird vor allem bei einer Dysbiose bzw. einem Mangel an „gesunden“ Darmbakterien beobachtet.

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3.3.) Eingeschränkte Diagnosemöglichkeit von Candida durch Biofilmbildung

Die Bildung eines Biofilms ist auch insofern problematisch, als dass dieser – trotz Vorhandensein der spezifischen Symptomatik – den diagnostischen Nachweis einer Pilzinfektion verunmöglichen kann.

In der Stuhluntersuchung kann der Pilz nicht oder nur per Zufallsbefund erkannt werden, weil der Pilz sich im Biofilm versteckt und nicht über den Stuhl ausgeschieden wird. Und wie bereits erwähnt, ist ein im Biofilm gehüllter Pilz auch für das Immunsystem unsichtbar und es werden deshalb keine Antikörper gegen ihn gebildet.

Die Wahrscheinlichkeit des diagnostischen Nachweises im Stuhl könnte durch die einer Stuhlprobe vorgelagerte Einnahme eines Biofilm-Disruptors (siehe unten) deutlich erhöht werden.

Unabhängig davon kann – wie bereits erwähnt – auch ein Mangel an gesunden Darmbakterien (vor allem Laktobazillen) bei einer Darmfloraanalyse mit ziemlicher Sicherheit auf eine verstärkte Biofilmbildung hinweisen. Abgesehen davon spiegelt eine Stuhlkultur laut dem Pilz-Experten Professor Dr. med. Dr. med. vet. Hans Rieth zumeist nur die Dickdarmflora wider.

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3.4.) Auch „gute“ Darmbakterien bilden einen Biofilm

Anzumerken ist auch, dass „gute“ Darmflora-Bakterien auch einen Biofilm bilden, der allerdings sehr dünn ist und Nährstoffe durch die Darmwand in den Körper durchschreiten lässt. Dieser kann durch einen schädlichen Biofilm oder durch die Einnahme eines Biofilm-Disruptors verdrängt werden. Daher gilt es, nach Einnahme eines Biofilm-Disruptors die gesunde Darmflora (zB mit Probiotika) wiederherzustellen.

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Candida auf Pap-Test

4) Was sind spezifische bzw. typische Symptome einer Candida-Infektion?

 

Grundsätzlich löst eine Candidasis nur sehr unspezifische Symptome aus, weil die Toxine vielzählig sind und tiefgreifend in den gesamten Stoffwechsel eingreifen können. Zu Beginn beschränken sich die Symptome auf den Magen-Darm-Trakt, dehnen sich dann fortlaufend auf den ganzen Körper aus.

Betroffene berichten oft erst nach Jahren Candida als Ursache für ihre Beschwerden gefunden zu haben, weil die Symptomatik so unspezifisch ist und die Schulmedizin die Erkrankung nicht anerkennt bzw. ausreichend diagnostizieren kann. Laut dem neuseeländischen Candida-Experten Eric Bakker N.D. besteht allerdings zwischen Candida und Krebs kein direkter Zusammenhang.

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4.1.) Typische Symptome: Was sind typische Symptome von Candida?

Einige Symptome einer Candida-Infektion treten typischerweise auf:

  • sog. „brain fog“ (Gedankennebel mit Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung),
  • „leaky gut“-Syndrom und seine Folgen (Allergien, Nahrungsmittelintoleranzen, Autoimmunerkrankungen),
  • Afterjucken,
  • Heißhunger auf süße und zuckerhaltige Speisen,
  • Blähbauch nach Verzehr zuckerhaltiger Speisen,
  • Hypoglykämie bzw. Unterzuckerung,
  • nächtliche Kurzatmigkeit und Herzbeschwerden (wegen vermehrter Gasbildung und Druck auf Zwerchfell),
  • Pilzbefall im Genitalbereich (englisch: „jock itch“) oder im Mund (Soor), weiß belegte Zunge, Fuß und Nagelpilz,
  • gichtähnliche Gelenk- und Muskelbeschwerden,
  • erhöhte Infektanfälligkeit,
  • kalte Hände und Füße und trotzdem Hitzeunverträglichkeit und Verschlimmerung der Symptome bei Hitze (va im Sommer),
  • Alkoholunverträglichkeit

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4.2.) Candida schädigt Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts 

Der Pilz reizt die Darmschleimhaut permanent und dieser Zustand überträgt sich auch auf die anderen Schleimhäute im Körper. Durch die Überreizung trocknen die Schleimhäute aus und werden für weitere Erreger durchlässiger.

Eine geschwollene und trockene Schleimhaut im Mittelohr kann zum Beispiel einen Hohlraum bilden, in dem sich Bakterien leicht ansiedeln können und was – leider – oft zu einer Behandlung mit Antibiotika führt.

In seiner Hyphenform perforiert Candida die Darmwand und löst ein „leaky gut“-Syndrom aus. Eine geschädigte Darmschleimhaut bildet darüber hinaus weniger bis gar keine Enzyme zum Abbau von Histamin (Diaminoxidase) bzw. von Laktose (Laktase) mehr und kann so zu einer Histamin- oder Laktoseintoleranz führen.

Candida kann außerdem Aminosäuresequenzen ausschütten, die zu einer Kreuzreaktion mit Gluten (Glutenunverträglichkeit) führen.

Weitere unspezifische Symptome in Zusammenhang mit einer Darmschädigung:

  • „leaky gut“- Syndrom (erhöhte Darmschleimhautpermeabilität bzw. geschädigte Darmwand),
  • Alkoholunverträglichkeit und Eigenbrauer-Syndrom (engl. „Auto Brewery Syndrome“)  bzw. gefühlter Rauschzustand oder „Kater“ (aufgrund intestinaler Produktion von Alkohol),
  • Reizdarmsyndrom (IBS), Bauchkrämpfe, Blähbauch (vor allem nach süßem Essen), Bauchschmerzen (möglicherweise durch Ileozökalklappen-Dysfuntion),
  • Sodbrennen bzw. brennende Magensäure, Übelkeit,
  • Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall,
  • Nahrungsmittel- und Histaminintoleranz (ua auch verdeckte Glutenunverträglichkeit), Darmentzündung (Proktitis),
  • Heißhungerattacken, Heißhunger nach Süßem, Appetitlosigkeit, gelbliche Verfärbung des Stuhls, analer Juckreiz bzw. Afterjucken, Hämorrhoiden 

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4.3.) Candida fördert Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Zucker wird vom Pilz verwertet bevor der Körper ihn verarbeiten kann und führt zu Unterzuckerung des Gehirns mit entsprechenden neurologischen Störungen (akute Schwäche, starker Müdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsschwächen; gelegentlich auch: Sehstörungen (schwarz vor Augen, Flimmern), Muskelzittern und verstärktes körperliches Verlangen nach Süßem (Schokolade, Eis) bzw. leicht verwertbaren Kohlehydrate, wie Weißbrot oder Nudeln)

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4.4.) Nährstoffmängel: Candida entzieht dem Körper Nährstoffe

Bei einer Candidose können Nährstoffmängel über verschiedene Wege entstehen. Meist betroffen sind Calcium, Eisen, Zink, Bor, Chrom, Vitamin B1 und B12.

  1. Candida verhindert durch seine eine Überwucherung und seinen Biofilm, dass bestimmte Nährstoffe die Dünndarmschleimhaut überhaupt passieren können.
  2. Durch die Verdrängung der gesunden Darmflora und die Schädigung der Darmschleimhaut können zudem bestimmte Nahrungsbestandteile nicht ausreichend (enzymatisch) aufgespalten oder Nährstoffe hergestellt werden. Milchsäurebakterien produzieren beispielsweise Vitamine (B-Vitamine, Vitamin K) und Fettsäuren. Bei einer perforierten Darmwand gelangen so Nahrungsbestandteile in den Blutkreislauf, die nicht oder nicht zur Gänze verwertbar sind.
  3. Candida verwertet bestimmte Nährstoffe (Calcium, Eisen, Zink und natürlich Zucker) selbst und tritt damit in Nahrungskonkurrenz mit seinem Wirten.
  4. Es entsteht ein Mehrbedarf an bestimmten Nährstoffen zur Entgiftung der Candida-Toxine. Beispielsweise können Mängel an den Nährstoffen Vitamin B3, B6 und B12, Glutamin, Eisen, Selen und vor allem Molybdän zu einer eingeschränkten Ausscheidbarkeit von Acetaldehyd (siehe unten bei Candida-Toxinen) führen.

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4.5.) Wie bringt Candida den Hormonstoffwechsel durcheinander?

Candida zapft (vor allem nachts) den Blutzucker an und senkt damit den Blutzuckerspiegel. Dies führt einerseits zu Symptomen einer Unterzuckerung, wie auch einer vermehrten Sekretion von Cortisol aus der Nebennierenrinde. Cortisol bewirkt, dass die Leber die Zuckerreserven (Glykogenspeicher) freigibt und der Blutzuckerspiegel wieder angehoben wird.

Eine ständige Überlastung der Nebennierenrinde führt letztlich zu deren Erschöpfung (Nebennierenrindenschwäche) und einem Cortisolmangel. Hohe Cortisolwerte führen zu einer Unterdrückung und einem Mangel von Testosteron. Cortisol und Testosteron wirken als Antagonisten (Gegenspieler). Cortisol hat außerdem auch einen Rückkoppelungseffekt auf die Hypophyse, welche für die Weiterleitung des Hormons TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon = Schilddrüsen stimulierendes Hormon) zuständig ist. Cortisol unterdrückt damit die Funktion der Schilddrüse und es kommt zu Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion.

Ein typisches Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine eingeschränkte Thermogenese (Wärmeregulation des Körpers) mit kalten Hände und Füße.

Solche Hormonschwankungen können sowohl eine Dysbalance von Neurotransmittern hervorrufen als auch eine Candidose begünstigen. So können auch Angststörungen und Depression unabhängig von einer bestehenden Candidose entstehen, aber die gleiche Ursache haben.

Weitere unspezifische Symptome im Zusammenhang mit einer Regulationsstörung des Hormonsystems:

  • Hormonstörungen und deren Folgen (Libidoverlust, Impotenz bzw. erektile Dysfunktion), Nebennierenrindenschwäche und Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose),
  • Testosteronmangel, Stress und deutlich überschießende Stressreaktionen (Herzklopfen und Zittern in Stresssituationen, Gefühl von unbegründetem Stress), Überstimulation, Nervosität, Rastlosigkeit und Aufregung vor allem nach dem Aufwachen),
  • eingeschränkte Leberfunktionen (zB unerklärlich erhöhte Leberfettwerte, eingeschränkte Speicherung von Vitaminen in der Leber, eingeschränkte Aktivierung von Vitamin D und Vitamin B6, eingeschränkte Methylierung von Histamin und Östrogen),
  • möglicherweise auch Chemikalien- und Medikamentenunverträglichkeit (MCS; vor allem hinsichtlich Formaldehyd),
  • Östrogenmangel (Candida bildet Östrogen ähnliche Toxine und blockiert Östrogenrezeptoren).

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4.6.) Welche neurologischen und psychologischen Symptome hat Candida?

Candida produziert mehrere verschiedene Toxine, die vor allem neurotoxisch (schädigend auf Nervenzellen) wirken. Der sog. „brain fog“ (Gedankennebel, Gedankenblockaden, Konzentrations- und Gedächtnisstörung) ist ein typisches Symptom bei einer Candidose und mittlerweile auch schulmedizinisch anerkannt als Symptom einer Dysbiose. Es kann nach bestimmten Mahlzeiten entstehen, wenn Candida vermehrt Fuselalkohole und Acetaldehyd (siehe unten zu Candida-Toxinen) aus Zucker bildet.

Candida ist – wie andere Hefepilze und auch einige Bakterien zB Lyme-Borrelien – in der Lage Glutamat (=Hefeextrakt) zu produzieren und einen neurotoxischen Glutamatüberschuss auszulösen.  Glutamat ist ein Neurotransmitter und kann bei einem Überschuss neurologischen Störungen durch Schädigung der Myelin-Schicht der Nervenzellen (=Isolier- bzw. Schutzschicht der Nervenzellen) auslösen.

Candida ist imstande den inhibierenden Neurotransmitter GABA als Kohlenstoff- und Stickstoffquelle zu nutzen und kann im Betroffenen daher einen GABA-Mangel hervorrufen. Dies kann zu Angststörungen, Depressionen oder Schlafstörungen führen. Depressionen und Angststörung bei einer Candidose können mehrere Ursachen haben.

Wie bereits erwähnt, können entweder Hormonschwankungen oder ein Serotoninmangel, die neuronale Darm-Hirn-Achse beeinträchtigen und damit eine eigenständige Ursache sein. Serotonin wird im Gegensatz zu anderen Neurotransmittern zum Großteil im Darm produziert, weshalb es bei einer Dysbiose (also auch bei Candida) zu einer eingeschränkten Produktion von Serotonin kommen kann.

Weitere unspezifische Symptome in diesem Zusammenhang sind:

  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, schlechtes Gedächtnis, Gedächtnisstörungen, eingeschränkte intellektuelle Fähigkeiten, Kopfschmerzen, Migräne, Nervenschmerzen, Tinnitus, Parästhesien [Missempfindungen] und Zittern, Schwindel, Kreislaufbeschwerden, Taubheitsgefühl an Fingern, Händen und ganzem Körper,
  • Muskeleigenreflexe, Depressionen und Angststörung (mehrere mögliche Ursachen), asoziales Verhalten, Persönlichkeitsveränderungen,
  • Stimmungsschwankungen (Dopaminmangel verursacht durch Acetaldehyd), Gemütsstörungen, Reizbarkeit, Wutanfälle, Weinkrämpfe bzw. Weinerlichkeit, Hyperaktivität, obsessive Gedanken (OCD), Irrationalität,
  • Paranoia, schizophrenes Verhalten, Suizidgedanken (Abneigung gegen das Leben), getrübte Wahrnehmungsfähigkeit, Emotions- und Teilnahmslosigkeit, soziale Abschottung und Isolation

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4.7.) Kann Candida Schlafstörungen verursachen?

Candida kann auch Schlafstörungen verursachen. Betroffene berichtet, dass sie nach ihrem nächtlichen Schlaf genauso müde wieder aufwachten wie beim Schlafengehen. Ein verfrühtes morgendliches Erwachen ist bedingt durch eine erhöhte Ausschüttung der Stresshormons Cortisol. Dies lässt sich dadurch erklären, dass Candida sich vor allem nachts den Blutzucker anzapft und der Körper wegen der Herabsetzung des Blutzuckers mit der Ausschüttung von Cortisol aus den Nebennierenrinden reagiert, um den Blutzuckerspiegel wieder anzuheben.

Verstärkt werden Schlafstörungen einerseits auch durch Candida-Toxine, die Nerven schädigen (Glutamat und Ammoniak wirken neurotoxisch) und andererseits durch Verbrauch des inhibitorischen (beruhigenden) Neurotransmitter GABA als alternative Nahrungsquelle für Candida. Insgesamt führt Candida zu einem erhöhten Schlafbedarf, zu einem unbefriedigenden bzw. unerholsamen Schlaf (trotz Müdigkeit zB auch bei einem Mittagsschlaf) und in extremen Fällen zu einer regelrechten Schlafsucht.

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Candida auf Pap-Test

5) Was sind weitere unspezfische Symptome einer Candida-Infektion?

5.1.) Allgemeine Symptome

Leberfunktionsstörungen und auffällige Leberwerte (erhöhtes Cholesterin), eingeschränkter Methylierungszyklus (zB Methylierung und Abbau von Östrogen und Histamin), Nebennierenrindenschwäche (Adrenal Fatique Syndrom, Chronic Fatigue Syndrome [CFS]) und Energielosigkeit (durch eingeschränkten Citratzyklus), Übergewicht (häufig) oder Untergewicht (selten zB bei durch Cortisolüberschuss bedingten Testosteronmangel), Unfähigkeit sich in Pausen ausreichend zu erholen, starker Körpergeruch, Schwitzen und Hitzewallungen (durch verstärkte Fermentation im Darm), Umweltsensitivitäten, gesteigerte Geruchsempfindlichkeit, Augenflimmern und, Sehstörungen (verschwommene Sicht), Ohrenschmerzen (häufig vorkommende Mittelohrentzündungen in der Kindheit), Druckgefühl im Ohr, Ohrgeräusche

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5.2.) Symptome am Bewegungsapparat

Symptome sind: rheumatische Weichteil- und Gelenksbeschwerden (Fibromyalgie) ähnlich einer Gicht (vermutlich durch im Gewebe abgelagerte Mykotoxine), Weichteilrheuma (durch Übersäuerung des Organismus), Hyperparathyreoidismus (ausgelöst durch Calcium-Mangel), Muskelverspannung (va im Nacken) und Steifigkeit

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5.3.) Symptome im Zusammenhang mit dem Immunsystem

Symptome sind: Allergien (vor allem Schimmelallergie; Ursache: „leaky gut“), chronische Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) und laufende Nase, erhöhte Infektneigung und wiederkehrende Erkältungskrankheiten, Mandel- und Mittelohr- sowie Nasennebenhöhlenentzündungen, Autoimmunerkrankungen (Chronisches Erschöpfungssyndrom [CFS], Morbus Crohn, Fibromyalgie, Multiple Sklerose, Arthritis, Lupus)

5.4.) Symptome im Zusammenhang mit Atemwegen

Kurzatmigkeit, chronische Bronchitis, Asthma, chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Druckgefühl in den Nebenhöhlen, dauernd verstopfte Nase, erhöhter Sauerstoffbedarf (zB beim Tauchen), starke Geruchs- und Duftempfindlichkeit

5.5.) Symptome im Zusammenhang mit Herz und Kreislauf

Herzklopfen, plötzliches Herzrasen

5.6.) Äußerliche Symptome

Anämie und Blässe (Eisenmangel), Hautausschläge, Fußpilz, Juckreiz und empfindliche bzw. brennende rote Körperstellen zB in der Nase (oft allerdings nicht ausgelöst durch Pilz selbst, sondern als allergische Reaktion), weiß belegte Zunge, Aphten und Mundsoor (schlechter Atem, trockener Mund und Bläschen im Mund), anderen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Nesselsucht, Befall von großen Körperfalten (zB Leiste), Kopfschuppen, dunkle Augenringe, Afterjucken

5.7.) Symptome im Zusammenhang mit Geschlechtsorgane, Harnwege und Nieren

Pilzbefall im Genitalbereich (sofern der Pilz noch nicht über die Darmschleimhaut in andere Organe gewandert ist; wird oft als Blaseninfektion falsch diagnostiziert und leider mit Antibiotika behandelt), Endometriose, rezidivierende Cystitis, Vaginitis (Candida-Vaginitis mit Juckreiz, Rötung und übermäßigem weißen Ausfluss), Prostatitis, Bronchitis, Asthma, perianaler Juckreiz (Afterjucken durch Hauteinrisse), Harnwegsinfekt / häufiger Harndrang, Balanitis (rote, schuppige und juckende Eichel mit Bläschen bzw. roten Pusteln, Eichelentzündung), prämenstruelles Syndrom (PMS), Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung; durch Candida oder andere Erreger)

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Candida auf Pap-Test

6) Was sind die Ursachen für eine Candida-Infektion?

 

Wichtig: Obwohl eine Candidose selbst viele Symptome auslösen kann, ist sie dennoch primär selbst ein als ein Symptom anzusehen und erst sekundär die Ursache für weitere Beschwerden.

Wird die Ursache von Candida nicht behoben, sind Rückfälle nach einer Behandlung ziemlich wahrscheinlich. Eine mögliche Ursache für ein vermehrtes Pilzwachstum kann beispielsweise eine (meist langjährig) bestehende Quecksilber, Schwermetall- oder Toxinbelastung sein, bei der der Pilz als natürlicher Schutz und als Entgifter fungiert, indem er die Gifte bindet. Candida kann beispielsweise sein eigenes Gewicht an Quecksilber absorbieren.

Weitere mögliche Ursache sind durch überschießende Antibiotika-Behandlungen ausgelöste Dysbiosen, ein geschwächtes Immunsystem (durch Stress, Koffein) oder ein erhöhter Zuckerkonsum. Typischerweise unterziehen sich Betroffene oft wegen vermuteten bakteriellen Infektionen einer Behandlung mit Antibiotika, die aber gute Darmbakterien verdrängen und eine Pilzüberwucherung weiter verschlimmern.

Typisch ist auch das Bestehen von anfänglichen Verdauungsbeschwerden zB nach einer Antibiotika-Behandlung, die man selbst als normal ansieht. Über mehrere Jahre hinweg verschlechtert sich der Gesundheitszustand allgemein und es kommt zu einer Ausbreitung der Symptome im ganzen Körper.

Möchtest du herausfinden, was das Immunsystem mit Candida zu tun, dann schaue dir diesen Artikel an (hier)!

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6.1.) Ursachen für Candida im Überblick: Welche Ursachen für Candida gibt es?

Behandlung mit Antibiotika (mit Abstand häufigste Ursache) und Dysbiose (vor allem Mangel an Lakto- und Bifidobakterien im Darm, Infektion mit Parasiten), Magensäuremangel (Einnahme von Antazida, Infektion mit H. pylorri) oder Mangel an Verdauungsenzymen, Schwermetall- oder Toxinbelastung, überhöhter Konsum von Zucker und Alkohol, Cortisolmangel oder -überschuss (ausgelöst durch Stress, Koffein, Einnahme von Kortison oder anderen Immunsuppressiva [Zytostatika], Drogenkonsum, Nebennierenrindenschwäche), Einnahme von Kontrazeptiva (Östrogen erhöht Glykogen an der Gebärmutterschleimhaut und füttert damit Candida), weitere Immunschwächen (HIV/AIDS, Alter, Nährstoffmängel [vor allem Zink]), verlängerte Darmpassage und Ballaststoffmangel, Immunschwäche im Darm (sIgA-Mangel), Darmschleimhautschäden, Diabetes mellitus Typ I und II (aufgrund erhöhter Zuckerspiegel im Mund und in Schleimhäuten), erhöhter Fleischkonsum (sowohl Geflügel als auch alle andere Fleischsorten enthalten Antibiotika in verschiedenen Anteilen) und dadurch bedingte Alkalisierung des Darms, fehlende Bioverfügbarkeit von Kupfer, Übertragung bei vaginaler Geburt durch die Mutter, Mangel an Biotin

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6.2.) Mögliche Ursache: Dysbiose nach Antibiotika-Behandlung

Darmbakterien wie Lakto- und Bifidobakterien produzieren kurzkettige Fettsäuren (Butyrat, Acetat, Propionat), die entscheidend für die Kolonisationsresistenz gegenüber Fremdkeimen und für eine ausreichende Darmbewegung (Darmmotalität) sind.

Mangelt es an diesen Bakterien (zB durch eine Antibiotika-Therapie) können sich Fremdkeime im Darm ansiedeln und leichter vermehren. Allerdings unterstützten nicht nur Lakto- und Bifidobakterien die Kolonisationsresistenz.

Auch bestimmte im Darm heimische E. Coli-Bakterienstämme tragen dazu bei, Candida und andere Fremdkeime abzuwehren. Allerdings verhalten sich E. Coli-Bakterien auch opportunistisch, können überwuchern und bei einem Eintritt in die Blutbahn eine Sepsis verursachen (siehe unten zu Candida im Blut). E. Coli gehören nebenbei bemerkt zu den eiweißverdauenden Fäulniskeimen, die auch Ammoniak aus Eiweißen produzieren können.

Eine Dysbiose ist jedenfalls mit Abstand die häufigste Ursache für eine intestinale Candida-Infektion.

Weil der Darm in diesem Fall zudem auch träge geworden ist und die Nahrung sich nur langsam durch den Darm bewegt, haben Fremdkeime zudem auch ein verbessertes Nahrungsangebot. Fremdkeime können neben pathogenen Bakterien sowohl Pilze als auch Parasiten sein. Pilze und Parasiten alkalisieren den Darm, unterstützen sich damit gegenseitig und lähmen die Darmbewegung noch weiter.

Eine gleichzeitige Infektion mit Parasiten ist während einer Candidose häufig und kann auch sehr ähnliche Symptome erzeugen wie eine Candidose. Parasiten können sogar selbst Wirten von Candida und damit für eine Reinfektion nach Behandlungsende verantwortlich sein. Die Behandlung einer Candidose sollte daher auch zusätzlich antiparasitäre Wirkstoffe enthalten (siehe unten zu Anti-Pilz-Mittel).

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6.3.) Mögliche Ursache: Belastung mit Quecksilber und anderen Schwermetallen

Candida kann sein eigenes Gewicht an Quecksilber binden und weshalb Quecksilber einen Wachstumsfaktor für Candida darstellen könnte. Meistens ursächlich ist Quecksilber in Amalgamplomben, aber auch Arsen, Blei, Zinn, Cadmium und Aluminium. Jedenfalls können Schwermetallbelastungen das Immunsystem unterdrücken und den intrazellulären Zink- und Kupferstoffwechsel beeinträchtigen.

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6.4.) Mögliche Ursache: Stress und Cortisol

Stress wirkt sich negativ auf die Darmflora und die Darmschleimhautbarriere aus und unterdrückt das Immunsystem. Stress kann auch das Verlangen nach übermäßig salzigen oder süßen Speisen bzw. nach Junk-Food erhöhen.

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6.5.) Mögliche Ursache: Übertragung bei Geburt

Bei der vaginalen Geburt kommt es mit etwa 80 % Wahrscheinlichkeit zur Übertragung der Hefepilze auf die Haut der Neugeborenen. Von dort aus werden Mundhöhle und Intestinaltrakt des Neugeborenen besiedelt.

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Candida auf Pap-Test

7) Welche Toxine kann Candida bilden und wie wirken diese im Körper?

Verschiedenen Quellen zufolge sind vermeintlich 79 verschiedene Toxine bekannt, die von Candida produziert werden können. Die wesentlichsten Candida-Toxine sind Acetaldehyd und seine Vorstufe Ethanol. Diese beiden sind auch für die schädliche Wirkung von Alkoholkonsum verantwortlich. Weitere von Candida produzierte Stoffe bzw. Toxine sind: Ammoniak, Glutamat, Beta-Alanin, Canditoxin, Gliotoxin, Aflatoxin, Oxylipin, Östrogen ähnliche Toxine, Harnsäure, Weinsteinsäure, Proteinase, Tyramin, Glykoprotein und indirekte Histaminausschüttung, Kohlendioxid, Phospholipasen, etc.

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Candida löst Brainfog aus

7.1.) Das von Candida produzierte Haupttoxin ist Acetaldehyd (Alkohol)

Acetaldehyd (auch Ethanal) ist das toxische Abbauprodukt (Metabolit) von Ethanol, wirkt aber deutlich toxischer als jenes. Es ist zB auch in Parfüms enthalten. Es verengt die Blutgefäße und die Durchblutung der Kopfhaut und ist daher mitunter hauptverantwortlich für Kopfschmerzen (den „Kater“) nach Alkoholkonsum. Es ist auch ein bekanntes Kanzerogen. Es löst oxidativen Stress aus und wirkt schädigend auf Neuronen (neurotoxisch), die Leber, die Nebenniere und andere endokrine Drüsen (Bauchspeichel- und Schilddrüse), Gelenke, Muskeln, DNA/RNA (genauer: Nukleinsäure), die roten Blutkörperchen und den Sauerstofftransport in die Zellen. Die Schädigung von peripheren Nervenzellen führt dabei zu Missempfindungen (zB Kribbeln oder Prickeln unter der Haut). Acetaldehyd blockiert die Zellmembran von Neuronen und verhindert dadurch das Andocken wichtiger Hormone an der Zelle. Dadurch verringert sich die Signalübertragung zwischen Nervenzellen und es kommt zu eingeschränkten Nervenfunktionen. Aufgrund seiner mangelnden Löslichkeit- bzw. Ausscheidbarkeit sammelt sich (akkumuliert) Acetaldehyd zudem im Körper und kann so zu Gelenkschmerzen, sowie Muskelschwäche und eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten (zB „brain fog“, Gedächtnisstörungen) führen. Die Fähigkeit von Muskeln zur An- und Entspannung wird verändert. Es wirkt hämolytisch, dh es kann die Membranen von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) schädigen und so die Sauerstoffversorgung der Zellen (im mitochondrialen Citratzyklus) einschränken. Es kommt dabei vor allem zu einer Unterversorgung der Nervenzellen und damit zu Gedankennebel („brain fog“), Konzentrationsschwäche, eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten und einer generellen Nervenzellendegeneration. Es versetzt die Nebennieren in einen dauernden Stresszustand, so dass diese durchgehend Adrenalin und Dopamin produzieren, welche zu Herzrasen führen können. Dadurch kommt es letztlich zu einer Nebennierenrindenschwäche und einer dauernden Müdigkeit. Das produzierte Dopamin kann allerding nicht vollständig verwertet werden, weil sich Acetaldehyd daran bindet. Weiters wird die Nebenniere in ihrer Produktion von Pregnenolon, Cortisol und DHEA eingeschränkt, was zu einem weiteren Leistungsabfall und auch zu einem Libidoverlust (Testosteronmangel) führen kann. In den Leberzellen verhindert es die Aussonderung von Proteinen, was zu einer Schwellung der Leberzellen führen kann. Es bindet sich an Glutathion (stärkstes körpereigenes Antioxidans) und deaktiviert es, sodass beispielsweise Mitochondrien vermehrt oxidativem Stress durch freie Radikale ausgesetzt sind. Die Funktion der Leber zur Entgiftung und zur Speicherung von Nährstoffen wird eingeschränkt. Acetaldehyd vermindert auch die Leistungsfähigkeit anderer endogener Drüsen wie zB der Bauchspeicheldrüse, die für die Bildung von Verdauungsenzymen und Insulin verantwortlich ist. Dies führt zu einer verschlechterten Verdauungsleistung. Acetaldehyd greift Proteine und Nukleinsäure (in DNA und RNA) an und stört deren normale Funktionen. Im Darm schädigt Acetaldehyd die sog. „tight junctions“, also die Membranproteine zur Verbindung und Abdichtung der Zwischenräume zwischen den Darm-Epithelzellen. Der, Darm wird durchlässiger und damit die Entstehung eines „leaky gut“-Syndroms begünstigt. Nachdem Acetaldehyd neurotoxisch wirkt, könnte es auch die Nerven des Bauchraums lähmen, damit die Darmperistaltik einschränken und zu Verstopfung führen. Der Abbau von Acetaldehyd funktioniert über (vor allem molybdänhaltige) Enzyme, welche Acetaldehyd in Essigsäure umwandeln, welche dann entweder (über die Nieren) ausgeschieden wird oder zu Acetyl-Coenzym A weiter verstoffwechselt wird. Acetaldehyd kann im Gegensatz zu Essigsäure nicht aus dem Körper ausgeschieden werden und akkumuliert sich im Hirn, Rückenmark, Gelenken, Muskeln und Gewebe. Während einer Candida-Behandlung kommt es durch absterbende Candida-Zellen zu einer Mehrbelastung und Freisetzung von Acetaldehyd und zu den berüchtigten „die-off“-Reaktionen (Herxheimer-Syndrom, Erstverschlimmerung). Zur Linderung dieser Symptome kann Molybdän und Glutathion gegeben werden. Mängel an folgenden Nährstoffen können die Ausscheidung von Acetaldehyd weiter einschränken: Vitamine B3, B6 und B12, Glutamin, Eisen, Selen und wie bereits erwähnt auch Molybdän. Acetaldehyd kann sich an die Vitamine B1, B6 und B12 binden und diese für den Körper nicht verfügbar machen.

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7.2.) Weitere von Candida produzierte Toxine

Ethanol wird in der Leber zu Acetaldehyd umgewandelt, sowie auch von Hefezellen beim Zuckerabbau produziert. Ethanol stört die Produktion von Schilddrüsenhormonen und kann zu einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) und zu Jodmangelerscheinungen führen. Es greift in den Energiestoffwechsel ein, was zu Unterzuckerung (Hypoglykämie) und Anhäufung von Milchsäure (Laktat) in den Muskelzellen führt. Letzteres kann zu vermehrten Muskelschmerzen führen. Ethanol steht im Zusammenhang mit Mängel an folgenden Nährstoffen: Vitamin B1, B6, B9 und B12, sowie Zink, Magnesium, Kalium und Molybdän. Canditoxin ist relativ gut erforscht. Es hemmt im Tierversuch die Vermehrung der T-Lymphozyten, einer sehr wichtigen Gruppe körpereigener Abwehrzellen im Immunsystem. Es mindert weiters die Fähigkeit der weißen Blutkörperchen in Gewebe einwandern zu können und verringert die Produktion von Antikörpern. Canditoxin verändert zudem die Myelinschicht (bzw. Lipidschicht), die von den Neuronen umhüllenden Gliazellen (Isolier- bzw. Schutzschicht der Nervenzelle) gebildet wird. Am Herzmuskel wirkt es wie Adrenalin, und an der Darmschleimhaut ruft es Ödeme hervor. Gliotoxin wird gebildet, sobald der Pilz einen Biofilm gebildet hat. Es stimuliert die Zerstörung von Leberzellen. Im Immunsystem inaktiviert es verschiedene Enzymsysteme und beeinträchtigt die Funktion der neutrophilen Granulozyten. Eine Mehrbelastung mit Gliotoxin entsteht vor allem durch das Absterben des Pilzes. Beim Absterben des Pilzes wird auch das Glykoprotein Mannan freigesetzt, aus denen die Zellwände und der Biofilm des Pilzes bestehen. Sie wirken toxisch auf den Organismus und unterdrückt das Immunsystem. Glykoproteine sind zudem imstande Mastzellen zur Histaminausschüttung zu stimulieren und damit reizdarm-ähnliche Symptome auszulösen. Candida ist – wie auch andere Hefepilze und auch einige Bakterienstämme zB Lyme-Borrelien – in der Lage Glutamat (=Hefeextrakt) zu produzieren und einen neurotoxischen Glutamatüberschuss auszulösen.  Glutamat ist ein Neurotransmitter und kann bei einem Überschuss neurologischen Störungen durch Schädigung der Myelin-Schicht der Nervenzellen verursachen. Weinsteinsäure wird vermehrt von Candida produziert und schränkt die Produktion von Apfelsäure ein, welche im mitochondrialen Citratzyklus zur aeroben (von Sauerstoff abhängigen) Gewinnung von Energie notwendig ist. Bei einem Mangel weicht der Körper notfalls auf eine anaerobe Energiegewinnung aus, indem er zuerst Milchsäure (Laktat) und daraus dann Glukose produziert. Laktat steht im Zusammenhang mit einer vermehrten Übersäuerung von Muskeln und kann zu Muskelkater und starken Muskelschmerzen führen. Arabinitol ist eine Chemikalie, die typischerweise von Candida (und anderen Hefen) aus dem Zucker Arabinose produziert wird. Eine Mehrbelastung des Körpers mit Arabinotol wird mit Mängeln an den Nährstoffen Vitamin B6, Liponsäure und Biotin in Verbindung gebracht und steht im Zusammenhang mit vorzeitigem Altern. Candida produziert das Toxin Beta-Alanin, welches mit Taurin um Reabsorption in die Nieren konkurriert, sodass die Aminosäure Taurin renal ausgeschieden wird und stattdessen Beta-Alanin aufgenommen wird. Harnsäure kann sich in Gelenken und Sehnen ablagern und gichtähnliche Symptome hervorrufen. Kohlendioxid ist ein Gas und führt zu Blähungen, Zwerchfellhochstand und Herzdrücken. Phospholipasen sind Enzyme, die Zellmembrane der Schleimhäute schädigen, Fettsäuren teilen und freie Radikale entwickeln können.

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Candida auf Pap-Test

8) Auf was ist zu achten bei der Behandlung von Candida?

Die Mindestanforderungen der Behandlung einer Candidose bestehen zumindest aus einer Anti-Pilz-Diät und der Einnahme eines Anti-Pilzmittels.

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8.1.) Ursachenbekämpfung:

Nachdem Candida in erster Linie selbst ein Symptom ist, sollten die Ursachen für die Pilzinfektion mitbehandeln werden. Im Falle einer ursächlichen Schwermetallbelastung (meist durch Quecksilber) ist Candida in seiner Entgiftungsfunktion mit schwermetallausleitenden Nährstoffen zu unterstützen (!). Im Falle eines eingeschränkten Immunsystems ist jenes wieder zu stärken. Generell empfiehlt sich auch die Änderung zu einem gesünderen Lebensstil zB Stressreduktion, langsameres Kauen kohlenhydrathaltiger Speisen und Tragen von luftiger Baumwoll-Unterwäsche bei topischen Candidosen (auf der Hautoberfläche). Gegebenenfalls ist auch der Partner mitzubehandeln, um eine Reinfektion zu vermeiden.

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8.2.) Ausbalancieren des Immunsystems:

Ein gestörtes Immunsystem kann Ursache für eine Candidose oder einen Rückfall nach Behandlung sein. Das Immunsystem benötigt ein ausbalanciertes Verhältnis der Th1- und Th2-Immunzellen, um Candida erfolgreich zu bekämpfen. T-Helferzellen gehören zu den T-Lymphozyten. Th1-Zellen attackieren Tumorzellen, intrazelluläre Bakterien, Viren und Pilze, während Th2-Zellen die Aufgabe haben Antikörper zu bilden. Beide Zelltypen regulieren sich gegenseitig. Candidose-Betroffene haben regelmäßig eine Dominanz von Th2-Zellen und verminderte Th1-Zellen und können deshalb häufig einen Rückfall erleiden, weil der Pilz auch nach Einnahme eines Anti-Pilz-Mittels letztlich durch das Immunsystem nicht abgetötet wird. Anti-Pilz-Mittel zerstören meist nur die Zellwand von Candida, das Immunsystem erledigt den Rest.

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8.3.) Aufbau der Darmschleimhaut und einer gesunden Darmflora:

Die Einnahme von Probiotika ist wesentlicher Bestandteil einer Candida-Behandlung. Erst wenn die Darmflora wieder ausreichend mit „guten“ Darmbakterien besiedelt ist, stellt sich eine natürliche Kolonisationsresistenz gegenüber pathogenen Keimen wie Candida ein. Wegen ihrer antimykotischen Eigenschaften können Probiotika selbst auch eine Erstverschlimmerung ähnlich einem Anti-Pilz-Mittel auslösen. Für eine Wiederbesiedelung mit „guten“ Milchsäurebakterien müssen folgende Schritte durchgeführt werden: 1. Behandlung eines „leaky gut“-Syndroms und Wiederherstellung einer gesunden Darmschleimhaut, 2. Ansäuerung des Darmmilieus damit Probiotika wirken können und Milchsäurebakterien sich wieder ansiedeln. Maßgeblich sind vor allem Probiotika, die Milchsäurebakterien wie Lakto- und Bifidobakterien enthalten. Bei Vorliegen einer Histaminintoleranz (oder einer zusätzlich bestehenden Dysbiose mit histaminbildenden Fäulnisbakterien zB E. Coli) können jedoch bestimmte Stämme von Laktobazillen (zB Acidophilus) Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen.

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8.4.) Pathogenität des Pilzes herabsetzen:

Candida bildet viele Toxine, die vor allem bei seinem Absterben freigesetzt werden und die die Leber belasten. Es empfiehlt sich daher die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion zu unterstützen (zB Molybdän, Ornithin) oder die Ausscheidung von Toxinen über den Darm zu fördern (zB Heilerde, Zeolith).

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8.5.) Nährstoffmängel ausgleichen:

Durch eine Candida-Infektion können Mangelzustände an Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Selen, Chrom, Molybdän, B-Vitamine (B3, B6, B12), Glutamin, Biotin (Vitamin B7 oder Vitamin H), etc. entstehen, die ausgeglichen werden sollten. Mängel an B-Vitaminen einschließlich Biotin entstehen durch den Mangel an „gesunden“ Darmbakterien. Biotin ist ein schwefelhaltiges Koenzym (Vitamin). Biotin ist außerdem imstande, Candida in seiner Umwandlung von der Hefe- in die Hyphenform und damit seine Ausbreitung zu einer invasiven Candidose zu hindern. Ein Biotinmangel kann auch durch den Mangel am Enzym Biotinidase bedingt sein.

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8.6.) Behandlung des Mundraums:

Vor allem bei verdicktem Schleim im Speichel (siehe unten zum Speicheltest), sollte der Mundraum mitbehandelt werden zB mindestens zweimal täglich Zähneputzen, Reinigung der Zunge (Zungenschaber), Mundspülungen mit Meersalz oder Natron (Backpulver), Teebaumöl, Ölziehen mit Olivenöl oder Kokosöl.

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8.7.) Dauer der Behandlung und Rückfallsrate:

Bei Behandlungsbeginn wird grundsätzlich von einer schnellen Besserung der Symptome berichtet, sofern keine Erstverschlimmerung eintritt. Gründe für einen Rückfall können eine zu kurze Behandlungsdauer sowie eine unterlassene Behandlung des oberen Verdauungstrakts (auch gegen Parasiten), des Biofilms oder einer Schwermetallbelastung sein. Auch ein weiterhin nicht ausbalanciertes Immunsystem kann einen Rückfall bedingen. Die Dauer der Behandlung richtet sich vor allem nach der Dauer der bereits bestehenden Candida-Infektion und kann daher auch mehrere Monate oder sogar ein Jahr betragen.

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Candida auf Pap-Test

9) Anti-Pilz-Mittel: Was ist bei der Verwendung von Anti-Pilz-Mitteln zu beachten?

Pilze siedeln sich vorzugsweise im Darm an und verbreiten sich von dort aus. Es macht daher auch Sinn den Pilz lokal im Darm mit einem nicht über die Darmschleimhaut resorbierbaren Anti-Pilz-Mittel (zB Caprylsäure oder Nystatin) zu behandeln und erst nach einigen Wochen die Therapie um ein systemisch wirkendes Anti-Pilz-Mittel (zB Undecenylsäure oder Fluconazol) auszuweiten, um das Reinfektionsrisiko zu minimieren. Die Behandlung mit Anti-Pilz-Mittel setzt hauptsächlich an zwei Punkten an: 1. Abtöten des Pilzes und 2. Rückumwandlung der pathogenen Hyphen- in die nicht pathogene Hefeform. Nachdem Pilze nicht nur im Darm sitzen, sondern immer den gesamten Verdauungstrakt besiedeln, muss beispielsweise laut dem Experten Professor Siegfried Nolting auch der obere Verdauungstrakt wie Mundhöhle und Speiseröhre mit einem flüssigen Anti-Pilz-Mittel oder Anti-Pilz-Dragees mitbehandelt werden. Wegen der geringeren Nebenwirkungen sind natürliche Anti-Pilz-Mittel vor allem in der Langzeittherapie gegenüber synthetischen zu bevorzugen. Biofilme (und Pilze an sich) sind zudem nicht gegenüber natürlichen Anti-Pilz-Mittel resistent. Laut dem neuseeländischen Candida-Experten Eric Bakker N.D. sollten die gewählten Anti-Pilz-Mittel auch antibakterielle und antiparasitäre Eigenschaften aufweisen, weil Candida sich immer im Verbund mit anderen pathogenen Keimen ansiedelt bzw. mit ihnen einen gemeinsamen Biofilm bildet. Bevorzugt sollten Präparate so aufbereitet sein, dass sie sich langsam im Verdauungstrakt abbauen und dadurch eine nachhaltige und gleichmäßige („time-released“) Wirkung über die gesamte Länge des Darms haben.

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9.1.) Rotation von Anti-Pilz-Mitteln:

Weil Candida sehr anpassungsfähig ist und möglicherweise Resistenzen gegen einzelne Wirkstoffe bilden kann, wird vereinzelt empfohlen nach jedem Monat zwischen verschiedenen Anti-Pilz-Mittel zu rotieren. Die bessere Variante ist allerdings, mehrere verschiedene Wirkstoffe parallel oder eine Wirkstoff-Kombination einzunehmen. Resistenzen gegen pflanzliche Anti-Pilz-Mittel sind bisher nur bei Grapefruitkernextrakt (GKE) bekannt.

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9.2.) Erstverschlimmerung („Herxheimer-Reaktion“):

Der Behandlungsbeginn mit Anti-Pilzmittel kann innerhalb der ersten Wochen mit einer Erstverschlimmerung einhergehen, wenn der Pilz rasch abstirbt (sog. „die-off“-Reaktion) und Toxine, Zellbestandteile und Antigene freigibt. Anfangs sollte mit einer niedrigen Dosierung begonnen werden, die dann langsam gesteigert wird (sog. „Einschleichen“). Die zusätzliche Einnahme leberschützender und – entgiftender Nahrungsergänzungsmittel sowie Molybdän wird empfohlen. Die freigegebenen Toxine bewirken vor allem Grippe ähnliche Beschwerden sowie Muskelschmerzen, brain fog (Gedankennebel), Fieber, starkes Schwitzen, Depression, Gereiztheit, Angst, Übelkeit, Durchfall, Halsschmerzen, Gelenkschmerzen und Ekzeme. Betroffene berichten außerdem von einem stark gesteigerten Harndrang ab Behandlungsbeginn und von einer starken Gewebsentwässerung mit Gewichtsverlust. So unangenehm eine Erstverschlimmerung sein mag, wird sie doch als Anzeichen dafür angesehen, dass die Therapie erfolgreich ist. Die Kunst besteht allerdings darin, den Pilz so langsam abzutöten, dass der Körper mit der Entgiftung der Toxine nachkommt.

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Candida auf Pap-Test

10) Welche natürlichen Anti-Pilz-Mittel gibt es?

Vorzugweise werden Caprylsäure (oder deren Salze), Undecenylsäure (oder deren Salze), Oreganoöl, Kokosöl und Nelken (Wirkstoff: Eugenol) angewendet. Weitere Mittel sind: Horopito (Kolorex), Olivenblattextrakt, Bärentraube (Uva Ursi), Grapefruitkernextrakt, Yeast Cleanse (Nährstoffmischung wirkt gegen verschiedene Hefestämme), ozoniertes Olivenöl, Allicin (enthalten in Knoblauch), Granatapfelextrakt, Knoblauch (bzw. Allicin), Probolis, Myrrhe, Zimt, D-Mannose, Apfelessig (auch zur äußerlichen Anwendung geeignet), Neem, Berberitze, Pau D’arco (Lapacho), Schwarzwalnuss (Wirkstoff: Juglon), Biotin, kolloidales Silber, Jod (Kaliumjodit)

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10.1.) Caprylsäure:

Caprylsäure ist eine mittelkettige und gesättigte Fettsäure (C8-MCT-Fettsäure, Triglycerid) mit acht Kohlenstoffatomen, die natürlich in Kokosfett vorkommt. Es durchlöchert die Membran der Candida-Zellen, sodass das Zellinnere austritt und die Zelle abstirbt. Enthalten ist sie beispielsweise in Kokos-, Palm- und Hanföl, Muttermilch und in Butter. Nachdem Caprylsäure wie andere Anti-Pilz-Mittel nicht aus Schimmelpilzen hergestellt wird, ist sie grundsätzlich auch für Allergiker gut verträglich. Vereinzelt kann es zu Magenirritationen kommen. In diesem Fall kann auch auf die Salze der Caprylsäure (zB Kalziumcaprylat) ausgewichen werden, die auch antimykotisch wirken. Caprylsäure wirkt zudem auch antibakteriell, vor allem gegen grampositive Bakterienstämme. Wie andere kurz- bzw. mittelkettige Fettsäuren, muss Caprylsäure nicht über die Gallensäure verdaut werden, sondern wird schnell im Darm resorbiert und regt direkt die Bildung von Ketonen in der Leber an. Diese stellen eine alternative und stabile Energiequelle zu Glukose und Kohlenhydrate dar, die zur Verwertung kein Insulin benötigt und das Hirn optimal mit Energie versorgen kann. So wird der Blutzuckerspiegel nicht negativ beeinflusst. MCT-Fette beschleunigen den Stoffwechsel und können damit bei der Gewichtsabnahme helfen. Caprylsäure kann außerdem einen Magensäuremangel oder –überschuss natürlich ausgleichen. Als Anti-Pilz-Mittel sollte Caprylsäure allerdings „sustained-released“ und daher nicht sofort im Darm resorbierbar verarbeitet sein.

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Caprylsäure

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10.2.) Undecenylsäure:

Undecenylsäure (Undecylensäure, 10-Undecensäure, englisch Undecyn; Amazon: http://amzn.to/2D1rq1d) ist eine einfach ungesättigte Fettsäure mit elf Kohlenstoffatomen, die nachweislich stark antimykotisch wirkt und die Umwandlung von Hefepilzen in die pathogene (fadenförmige) Hyphenform hemmt. Die Länge von elf Kohlenstoffatomen der Undecenylsäure stellt das Optimum für die bei vielen Fettsäuren beobachtete fungizide Wirkung dar. Vor allem in seiner Hyphenform ist Candida von Fettsäuren abhängig. Der Pilz verstoffwechselt Undecenylsäure, schädigt sich aber selbst damit und wird gezwungenermaßen wieder in seine weniger anspruchsvolle Hefeform zurückgedrängt.  Undecylensäure schädigt die Zelloberfläche von Candida und hemmt die enzymatischen Fähigkeiten von Candida zur Spaltung von Proteinen und Fetten. Undecenylsäure wirkt teilweise auch antiviral (zB gegen Herpes Simplex) und geringfügig antibakteriell. Sie kommt als Bestandteil von menschlichem Schweiß natürlicherweise im Körper vor und wird kommerziell auch aus Rizinus-Öl gewonnen. Sie wirkt nachweislich sowohl in der lokalen Anwendung (zB dermatologische Hautcremes wie Desinex® Creme) als auch als systemisches Antimykotikum (zB bei Mundsoor, vaginaler Candidasis). Sie wirkt sechs Mal stärker antimykotisch als Caprylsäure. Weil Undecenylsäure eine irritierende Wirkung auf Schleimhäute haben kann und einen unangenehmen Geruch und Geschmack hat, kommen alternativ oft die ebenfalls antimykotisch wirkenden Salze der Undecenylsäure (Kalzium-, Magnesium- und Natriumsalze) zur Anwendung. Kalzium-Undecylenat, das Kalziumsalz der Undecenylsäure wirkt beispielsweise vier Mal stärker als Undecylensäure und dreißigmal stärker als Caprylsäure. Damit die Salze ihre volle Wirkung entfalten können, ist eine leicht säuerliche Umgebung unter einem pH-Wert von 6 (im Darm) notwendig. Einfach ungesättigte Fettsäuren reagieren sensibel auf einen zu hohen pH-Wert. Eine Kombination mit einem säuerlichen Präparat (zB Betain HCl) scheint vor allem deshalb sinnvoll, weil Candida und auch die aus der Bauchspeicheldrüse freigesetzten Bikarbonate den pH-Wert im Darm erhöhen. Vorsicht geboten ist laut Anwenderberichten bei am Markt erhältlichen Präparaten geboten, welche Citrat enthalten. Citrat wird heutzutage aus Aspergillus Niger (schwarzer Schimmelpilz) hergestellt, sind diese laut Anwenderberichten für Schimmelpilz-Allergiker nicht zu empfehlen. Die Dosierung für Erwachsene beträgt in der Regel 450–750 mg täglich, verteilt auf drei Einzeldosen. Undecenylsäure – wirkt wie bereits erwähnt – sehr stark und kann vor allem bei Behandlungsbeginn zu einer sehr starken Erstverschlimmerung („Herxheimer-Reaktion“) führen, vor allem bei Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn, Zöliakie und Dysbiose. Als Einstieg in die Candida-Behandlung wird deshalb Caprylsäure empfohlen.

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10.3.) Oreganoöl:

Oreganoöl (aus Origanum vulgare; Wirkstoffe: Carvacrol and Thymol; Amazon: http://amzn.to/2BdIVhy) wirkt wegen seiner Phenole Carvacrol und Thymol sehr stark antimykotisch, antibakteriell und sogar gegen systemische Mykosen. Einmal ins Blut übergegangen, vermuten einige Studien, dass Oreganoöl im Blut mit Wasser reagiert und Candidazellen dehydriert. Neben seiner antimykotischen Wirkung hat Oreganoöl auch stark antioxidative Eigenschaften. Wegen seiner sehr stark antibakteriellen und teilweise sogar gegenüber synthetischen Antibiotika überlegenen Wirkung tötet es allerdings auch die „guten“ Darmbakterien ab, weshalb eine Einnahme länger als 10 Tage nicht empfehlenswert ist. Gegen Oreganoöl sind bisher keine Resistenzen von Candida nachgewiesen worden. Als Nebenwirkung kann Oreganoöl temporär die Eisenaufnahme einschränken und leichte allergische Reaktionen auslösen.

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10.4.) Gewürznelken:

Nelken (Wirkstoff: Eugenol) wirken stark antimykotisch, antiparasitär (gegen Wurmeier), antiseptisch und auch blutverdünnend. Laut einer portugiesischen Studie (2009, Universität von Port) verhindert es fast vollständig die Umwandlung von Candida von seiner Hefen- in seine Hyphenform. Laut einem weiteren Erkenntnis der Studie wirkt der Wirkstoff Eugenol auch gegen Hefestämme, die bereits gegen das synthetische Anti-Pilz-Mittel Fluconazol resistent sind. Es stärkt das Immunsystem. Von der oralen Einnahme von reinem Nelkenöl ist wegen seiner hohen Konzentration an Eugenol abzuraten. In sehr hohen Dosen können Nelken Halsschmerzen und Schlaganfälle verursachen, betäubend wirken sowie Nieren und Leber schädigen. Nelken wirken auch antioxidativ, gegen Eisenüberschuss (bzw. Eisenspeicherkrankheit / Hämochromatose), gesteigerter Hämolyse, Herpes und Diabetes und als Schmerzmittel.

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10.5.) Weitere natürliche Anti-Pilz-Mittel:

  • Kokosöl enthält die MCT-Fette Laurinsäure (auch bekannt unter Monolaurin oder Lauricidin), Caprinsäure und Caprylsäure, welche alle antimykotisch wirken. Daneben hat Kokosöl noch viele andere gesunde Eigenschaften.
  • Die Bärentraube (Uva Ursi) hat sich in deutschen Labortests als sehr wirksam gegen Candida herausgestellt. Allerdings wirkt sie auch antibiotisch, vor allem bei Harnwegsinfekten und könnte daher bei einer Dysbiose und Einnahme von Probiotika kontraproduktiv wirken.
  • Grapefruitkernextrakt (GKE) wirkt stark antimykotisch, indem es die Zellmembrane von Pilzen, aber auch von Bakterien, verändert. Es hemmt zudem die enzymatische Aktivität von pathogenen Zellen. Eine wirkungsvolle Kombination ist jene mit antimykotischen Fettsäuren. Grapefruitkernextrakt ist wegen seiner zusätzlichen antibiotischen Eigenschaften das bevorzugte Anti-Pilz-Mittel des neuseeländischen Candida-Experten Eric Bakker N.D. Laut koreanischen Studien hat GKE auch stark antivirale Eigenschaften.
  • Neem ist ein indischer Baum und sein Extrakt wirkt stark gegen Hefepilze wie Candida, Aspergillus und Microsporum sowie auch als Insektizid und antiparasitär.
  • Berberitze wirkt generell antibakteriell, antimykotisch, antiparasitär, leberentgiftend und immunmodulierend. Es unterstützt die Regeneration von Schleimhäuten und die Sekretion von Gallensäure.
  • Pau D’arco (Lapacho; Wirkstoff: Naphthochinon) ist ein Kraut aus dem Amazonas Regenwald. Es unterdrückt das Wachstum von Darmbakterien, wirkt antibakteriell sowie gegen Candida albicans, Candida Tropicalis und resistenten Candida glabrata. Es wirkt entspannend auf die Darmmuskulatur ohne Durchfall zu erzeugen und anregend auf das Immunsystem. Vorsicht: Es wirkt blutverdünnend. Pau D’arco sollte mit anderen Mitteln kombiniert werden.
  • Jod (bzw. Kaliumjodit) wirkt stark antimikrobiell, indem es das Blut reinigt (antiseptische Wirkung) und kann bei systemischen Candidosen eingesetzt werden. Achtung: kann Schleimhäute reizen (daher nicht auf leeren Magen einnehmen)

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Candida auf Pap-Test

11) Welche synthetischen Medikamente bzw. Anti-Pilz-Mittel gibt es?

  • Rein intestinal (nur im Darm) wirkende Anti-Pilz-Mittel: Nystatin, Amphotericin B und Natamycin werden nicht ins Blut resorbiert und wirken nur auf (Darm-)Schleimhäuten. Nystatin bindet sich an die Sterine der Candida-Zellwände, perforiert diese und führt wegen der erhöhten Durchlässigkeit zum Verlust der Zellinhalte. Grundsätzlich ist Nystatin gut verträglich, kann aber wie alle anderen Mittel zu einer Erstverschlimmerung führen.
  • In Österreich wird Nystatin nur bei einer Mykose und einer diagnostizierten starken Schwächung der Immunsystems von den Krankenkassen verschrieben. Nystatin ist verschreibungspflichtig und kostet in der Apotheke 28 Euro (50Stk) Die alleinige Behandlung mit Nystatin verschlechtert langfristig den Befall, wenn nicht die Ursache von Candida gefunden und behandelt wird. Zudem kann Candida eine Resistenz gegen Nystatin entwickeln.
  • Systemisch (im ganzen Körper) wirkende Anti-Pilz-Mittel: Fluconazol und Itrakonazol sind Azole und wirken bei Candidose auch im Blut und bei Organbefall. Sie können starke Nebenwirkungen hervorrufen und die Leber schädigen. Weiters zur Verfügung für die systemische Therapie von Pilzinfektionen stehen vor allem Substanzen aus der Gruppe der Polygene und der Echinocandine. Systemisch wirkende Anti-Pilz-Mittel wirken nur unterstützend nach oder während der primären Behandlung der Pilze im Darm. Dort ist das Pilzaufkommen am höchsten.
  • Fluconazol kann nur dann seine volle Wirkung entfalten und ins Blut aufgenommen werden, wenn ein ausreichend säuerliches Milieu im Darm Deshalb sollten während der Zeit der Behandlung mit Fluconazol keine Basenpulver oder Algenpräparate (zB Chlorella, Spirulina) zur Schwermetallausleitung eingenommen und die Ernährung nicht zu strikt basisch gewählt werden. Es ist nachgewiesen, dass Candida gegen Fluconazol Resistenzen entwickeln kann.
  • Antimykotika und Antibiotika im Vergleich: Antimykotika bzw. Anti-Pilz-Mittel können menschliche Zellen mehr schädigen als Antibiotika. Grund dafür ist, dass Pilzzellen und menschliche Zellen sich stark ähneln. Während etwa 90 Prozent der bakteriellen Infektionen durch die rechtzeitige Behandlung mit dem richtigen Antibiotikum geheilt werden können, liegt die Erfolgsrate bei systemischen Pilzinfektionen nur bei 60 bis 70 Prozent. Dies lässt sich vor allem dadurch erklären, dass Pilze fast nur bei abwehrgeschwächten oder schwer kranken Patienten eine Infektion auslösen und die körpereigene Abwehr zur Erregerabwehr meist ausfällt.

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Candida auf Pap-Test

12) Anti-Pilz-Diät: Was sollte nicht gegessen werden, wenn ich Candida behandle?

Der Hefepilz kann mit einer Anti-Pilz-Diät allein nicht ausgehungert, sondern nur sein enormes Wachstum gebremst werden. Eine Anti-Pilz-Diät alleine ist für die Behandlung nicht ausreichend, weshalb ein Anti-Pilz-Mittel zur Therapie notwendig ist (siehe dazu Deutsche Candida Hilfe e.V.). Weitgehend Einigkeit besteht darüber, dass Zucker, Fruchtzucker (süßes Obst), Alkohol und eventuell auch Weißmehl (inkl. raffinierte Kohlenhydrate) jedenfalls zu vermeiden sind. Die Behandlung einer Candidose geht meist automatisch mit einem willkommenen Verlust des Verlangens nach zuckerhaltigen Speisen einher. Zu beachten ist auch, dass eine Anti-Pilz-Diät zu einem gewollten, aber auch ungewollten Gewichtsverlust führen kann. Die durch den Kohlenhydrate-Verzicht entfallenden Kalorien sollten daher durch vermehrten Verzehr von gesunden Fetten und Proteinen ersetzt werden. Individuell auszutesten ist die Verträglichkeit stärkehaltige Gemüsesorten (zB Erbsen) und weißer Reis. Ein genereller Verzicht auf Kohlenhydrate in jeder Form kann laut dem neuseeländischen Candida-Experten Eric Bakker N.D. nicht empfohlen werden. Ein kompletter Verzicht auf Kohlenhydrate (bzw. Lebensmitteln mit hohem glykämischen Index) führt dazu, dass das Immunsystem weiter geschwächt, die Energieproduktion eingeschränkt wird, Candida sich in seine pathogene Hyphenform umwandelt (um den Blutzucker anzuzapfen) und dass Darmbakterien keine Ernährungsgrundlage (für Fermentation von verdaulichen Kohlenhydraten) mehr haben. Eine radikale Pilzdiät ist zudem nicht für jeden Ernährungstyp geeignet. Ernährungsempfehlungen zum Verzicht von Hefeprodukten sind zB laut dem Experten Dr. Thomas Weiss zu hinterfragen. Eine Candidose muss nicht immer auch mit einer Hefe-Allergie (zB gegen Hefeprodukte wie Essig und Backwaren) einhergehen. Ob ein Verzicht nötig ist und eine Hefe-Allergie besteht, kann durch Bestimmung von Hefe-Antikörpern im Blut oder alternativ durch 10-tägigen Verzicht auf die entsprechenden Nahrungsmittel mit langsamer Wiedereinführung abgeklärt werden. In diesem Zusammenhang unverträglich sein können auch Schimmelpilzprodukte und andere Pilzprodukte (Käse, Essig, Ketchup), Hefeprodukte (Glutamat, Wein, mit Hefe Gebackenes, B-Vitamine aus Hefezucht, Bierhefe) und fermentierte Lebensmittel (Sauerkraut). Besteht bereits ein „leaky gut“-Syndrom sollte weiters auf den Verzehr von Nahrungsallergenen wie Gluten und Kasein (vor allem Kuhmilchprodukte) geachtet werden. Unter den eher zu vermeidenden Milchprodukten bilden Joghurt (wirkt probiotisch) und Mozzarella eine Ausnahme. Candida albicans kann im Gegensatz zu anderen Candida-Stämmen Laktose (Milchzucker) nicht verwerten. Besteht generell eine Dysbiose mit histaminbildenden Fäulniskeimen, ist auch auf eine bestehende Histaminintoleranz zu achten. Kaffee kann unproblematisch konsumiert werden, solange keine Nebennierenschwäche (siehe Acetaldehyd) vorliegt. Hülsenfrüchte können in kleinen Mengen verträglich sein. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren können Candida-Biofilme begünstigen, indem Candida Sauerstoffmoleküle in den Biofilm einbringt, aus dem er den stark entzündlichen Stoff Oxylipin bildet.  die Säuren sind zu finden in zB Kartoffelchips, Pommes frittes; nicht allerdings Stearinsäue bzw. Magnesiumstearat).

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Candida auf Pap-Test

13) Anti-Pilz-Diät: Was darf und sollte ich essen, wenn ich Candida behandle?

Rohe Nahrungsmittel, Ballaststoffe, Eiweiß, probiotische Nahrungsmittel (Joghurt, Sauerkraut, Kefir), laktosehaltige Milchprodukte (Hefen können diesen Zucker nicht verwerten), Knoblauch, Zwiebeln, Kokosöl, Apfelessig, Grüner Tee, Gewürze (Oregano, Rosmarin, Nelken, Koriander, Ingwer) und gesunde Fetten (Avocados, Nüsse, Öle).Ausreichend Ballaststoffe sind im Rahmen einer Anti-Candida-Diät unverzichtbar. Ballaststoffe reinigen die Darmschleimhaut mechanisch durch den Abrieb der Pilzzellen von der Darmwand. Ganze Haferflocken können verzehrt werden, enthalten deutlich weniger Gluten im Vergleich zu Weizen, wirken präbiotisch und entspannend auf das enteropathische Nervensystem (sog. Bauchhirn). Zu Beginn der Behandlung sollte von weißem Reis auf braunen oder Naturreis umgestiegen werden, welcher B-Vitamine und auch mehr Ballaststoffe als weißer Reis enthält. Sollten weißer Reis und andere stärkehaltige Nahrungsmittel keine Beschwerden mehr auslösen (zB brain fog, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, etc.), vor allem dann, wenn die die Darmmotalität (Darmbewegung) durch die Wiederherstellung einer gesunden Darmflora wieder intakt ist, dann können diese Nahrungsmittel laut dem neuseeländischen Candida-Experten Eric Bakker N.D. wieder problemlos verzehrt werden. Die Verträglichkeit muss daher individuell ausgetestet werden. Statt Weizennudeln können Buchweizennudel oder Soba- bzw. Shirataki-Nudeln in die Diät eingebaut werden. Shirataki-Nudeln enthalten Glucomannan, welches präbiotisch wirkt. Zu hinterfragen sind diese Ernährungsempfehlungen jedenfalls bei einer durch „leaky-gut“-Syndrom oder Dysbiose ausgelösten Nahrungsmittel- bzw. Histaminintoleranz. Ist der Darm zu basisch, können sich nicht nur Pilze, sondern auch Fäulnisbakterien ansiedeln, die Eiweiße zu Ammoniak und zu Histamin umwandeln.

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Candida auf Pap-Test

14) Mit welchen Nahrungsergänzungsmitteln kann ich die Behandlung von Candida noch unterstützen?

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14.1.) Einsatz von Biofilm- „Disruptoren“ zur Durchlöcherung des Biofilms:

Biofilm-Disruptoren können den Biofilm zerstören und Candida leichter bei einer Stuhluntersuchung nachweisbar machen. Dazu gehören: N-Acetyl-Cystein (kurz: NAC; eine vielseitige Aminosäure, die als Biofilmdisruptor sogar pharmakologisch zugelassen ist zB Präparat ACC), Monolaurin bzw. Laurinsäure (aus Kokosfett), Verdauungsenzyme (Serrapeptase, Nattokinase, Lumbrokinase, Cellulase, Glucoamylase, Amylase, Invertase, Protease oder Präparate wie zB Interphase Plus), Nelken, Lemongrass, Tindamax, Apfelessig, Chitin-Inhibitoren (von Chitin-Inhibitoren wie Lufenuron, einem Pestizid, das die Bildung von Chitin inhibiert, ist wegen seiner toxischen Wirkung abzuraten), Grüner Tee (vor allem Matcha Tee; enthalten Biofilm schädigende Antioxidantien sog. „Epigallocatechingallat“(ECGs), Aspirin (enthält Acetylsalicylsäure)

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14.2.) Verdauungsenzyme gegen Biofilm und zur Unterstützung der Verdauung:

Einige Enzympräparate werden aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen gewonnen (Pankreatin), andere aus Extrakten von natürlichen Pilzkulturen. Zweitere haben den Vorteil, dass sie von der Magensäure vermeintlich nicht zerstört werden können. Sie gelten zudem als sehr gut verträglich. Es ist durchaus sinnvoll Verdauungsenzyme mit Probiotika zu kombinieren. Verdauungsenzyme zerkleinern Nahrungsbestandteile und verhindern dadurch überschießende Immunreaktionen durch Eindringen von unverdauten Nahrungsbestandteilen in den Blutstrom bei einem bestehenden „leaky gut“-Syndrom. Die Verwendung des Cellulose spaltenden Enzyms Cellulase ist in Expertenkreisen kontrovers diskutiert. Cellulose ist grundsätzlich ein (auch von Hefen) unverdaulicher Ballaststoff, der durch enzymatische Aufspaltung zu Zucker wird und eine Nahrungsquelle für Candida darstellen kann. Andererseits wird es auch zur Aufspaltung der Candida-Zellwände verwendet.

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14.3.) Probiotika und Präbiotika zur Ansäuerung des Darmmilieus:

Probiotika unterstützen das Immunsystem und können eine ähnliche Wirkung auf Candida haben wie Anti-Pilz-Mittel. Erstverschlimmerung bei Behandlungsbeginn sind möglich. Es empfiehlt sich Probiotika „einzuschleichen“, dh die anfänglich geringe Dosierung bis zur Verträglichkeitsgrenze nach und nach zu erhöhen. Präparate sollten mehrere Milliarden Bakterien enthalten und idealerweise magensaftresistent umhüllt sein. Bakterien können durch die Magensäure abgetötet werden und Präparate sollten daher gemeinsam mit Mahlzeiten eingenommen werden, weil dann der pH-Wert der Magensäure angehoben und basischer wird. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung dienen Probiotika vor allem der Ansäuerung des Darmmilieus und nicht der direkten Ansiedlung der eingenommenen Bakterien. Milchsäurebakterien (Lakto- und Bifidobakterien) produzieren kurzkettige Fettsäuren (Butyrat, Propionat, Acetat) und andere Stoffe (Wasserstoffperoxid), um Fremdkeime abzuwehren und die Kolonisationsresistenz aufrecht zu erhalten. Es ist auch durchaus sinnvoll Probiotika mit Verdauungsenzymen und/oder Anti-Pilz-Mittel zu kombinieren. Nachdem einige Anti-Pilz-Mittel auch eine antibakterielle Wirkung haben, wird bei diesen eine zeitversetzte Einnahme von zwei Stunden empfohlen. Saccharomyces boulardii ist ein probiotischer Hefe-Pilz, der sich temporär im Darm ansiedelt und das Darmmilieu ansäuert. Er ermöglicht damit, dass sich „gute“ Darmbakterien leichter ansiedeln können. Er moduliert das darmassoziierte Immunsystem, indem er die Bildung und Sekretion des sekretorische Immunglobulin A (sIgA) erhöht. Er wirkt entzündungshemmend, gegen erhöhte Darmschleimhautdurchlässigkeit („leaky gut“-Syndrom) und verhindert minimal das Anhaften von Candida an der Darmschleimhaut. S. Boulardii sollte erst im späteren Behandlungsstadium angewendet werden, weil aufgrund einer Candida-Überwucherung eine anfängliche Hefe-Unverträglichkeit bzw. -Allergie bestehen kann. Vier Wochen nach Behandlungsbeginn mit einem Anti-Pilz-Mittel kann S. Boulardii langsam eingeschlichen und mit einem Probiotikum (zB Laktobazillen) kombiniert werden. Lactobacillus acidophilus gehört zu den Milchsäurebakterien, die ein leicht säuerliches im Dünndarm bevorzugen. Er ist in der Lage das darmassoziierte Immunsystem zu modulieren und ist entscheidend für die Kolonisationsresistenz gegen pathogene Keime wie Candida im Dünndarm. Achtung: L. acidophilus ist ein histaminproduzierender Bakterienstamm und kann bei einer Histaminunverträglichkeit Beschwerden verursachen. In diesem Fall sollte auf andere Laktobazillenstämme ausgewichen werden (zB L. rhamnosus). Bifidobacterium bifidum gehört zu den Milchsäurebakterien, die ein leicht säuerliches im Dickdarm bevorzugen. Er unterstützt die Verdauung, das darmassoziierte Immunsystem (sIgA) und produziert B-Vitamine. Weiters können auch erdbasierte Probiotika (Pre-Assist) angewendet werden. Deren Verträglichkeit wird generell als hoch eingeschätzt. Als Präbiotika sollten nur jene Stoffe angewendet werden, die der Pilz nicht selbst verwerten kann zB Laktose, Apfelessig, Milchsäure, Caprylsäure. Kontrovers diskutiert wird Anwendung von resistenter Stärke (zB Kartoffelstärke) und Inulin.

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14.4.) Darmsanierung / Aufbau der Darmschleimhaut:

Cholin bzw. Lecithin (Phosphatidylcholin dient dem Aufbau der Darmschleimhaut), Panthetin (Derivat von Vitamin B5; unterstützt Wachstum von lactobacillus bulgaricus and bifidobacterium), MSM (Schwefel), L-Glutamin und/oder Arginin, S. Boulardii, Vitamin D. Die Aminosäure Glutamin ist die Vorstufe des Neurotransmitters GABA, welcher Candida als Kohlenstoff- und Stickstoffquelle dienen kann. Möglicherweise ist die Aminosäure Arginin daher Glutamin hinsichtlich des Wiederaufbaus der Darmschleimhaut vorzuziehen. Zur Ansäuerung des Darms eignen sich: Betain HCl (unterstützt Magensäure und Wirksamkeit von Capryl- bzw. Undecenylsäure), Caprylsäure, Apfelessig, Vitamin C, Inulin (zur Darmsanierung nach Beseitigung des Pilzes). Zur Stärkung des Immunsystems eignen sich: Zink, Vitamin C, Arginin (unterstützt T-Lymphozyten und Darmschleimhaut), Thymus-Präparate (zB Präparat „NK-Cells“ zur Aktivierung von T-Lymphozyten), Olivenblattextrakt (D-Lenolat), Amalaki (indische Stachelbeere, enthält viel Vitamin C), Verdauungsenzyme.

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14.5.) Schwermetallausleitung, Unterstützung der Toxinentgiftung (va Acetaldehyd) und Entgiftung der Leber

Vor allem schwefelhaltige Stoffe (MSM) und Aminosäuren (Methionin, NAC) unterstützen die Bildung des körpereigenen Super-Antioxidans Glutathion bei der Entgiftung und sind potente Chelatbildner zur Ausleitung von Schwermetallen. Alternativ bietet sich dafür auch die Mikroalge Chlorella an. Zur Entgiftung der Leber eignen sich weiters: auch: Mariendistel, Ornithin (zur Entgiftung von Ammoniak, Anhebung des Energieniveaus und gegen „brain fog“), Arginin (Ammoniakentgiftung) und B-Vitamine. Myo-Inositol: Inositol wirkt zwar leberentgiftend, antidepressiv und schlaffördernd. Candida kann Myo-Inositol allerdings als Hauptnahrungsquelle verwerten und tritt dabei in Nahrungskonkurrenz mit seinem Wirten. Der Pilz kann so auch einen Inositol-Mangel hervorrufen. B-Vitamine: Werden bei einer gesunden Darmflora ausreichend produziert. Ein Mangel an Laktobazillen kann beispielsweise zu einem Mangel an Vitamin B2 und Biotin führen. B-Vitamine wirken im Verbund und sind essentiell für den Energiestoffwechsel (Beteiligung an Reaktionen mit NADP und NADPH). Ein Mangel an B-Vitaminen führt zu chronischer Müdigkeit. Vor allem die Aktivierung vieler Enzyme in Phase 1 der Leberentgiftung hängen von dem Angebot an Vitamin B2, B3, B6, B12 und Folat ab. Der Hormonstoffwechsel ist stark abhängig von Vitamin B6. B-Vitamine regulieren das Immunsystem und wirken ähnlich wie Cortisol. Die Produktion von Magensäure ist abhängig von B-Vitaminen und Zink (Candida-Betroffene weisen oft niedrige Magensäurespiegel auf, siehe auch hier zu Magensäuremangel).

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14.6.) Entgiftung von Acetaldehyd, dem Haupttoxin von Candida

Zink, Eisen und Vitamin B3 (als Kofaktor der Enzyme NAD+ und NADP) sind Kofaktoren der Enzymgruppe Alkoholdehydrogenase (ALDH, in den Leberzellen), welches Alkohole (inkl. das nicht-ausscheidbares Acetaldehyd) in ausscheidbare Essigsäure umwandeln. Auch das von Vitamin B2 (Riboflavin als Kofaktor des Enzyms FAD) und Molybdän abhängige Enzym Aldehydoxidase (AOX1) baut Alkohole (=Alkohole) ab. Der Acetaldehyd-Stoffwechsel verbraucht zudem Vitamin B1 (Thiamin) und Vitamin B6 (Pyridoxin, aktive Form: Pyridoxal-5-phosphat) sowie Selen zur Glutathion-Verwertung. Die Aktivität der Alkoholdehydrogenase wird durch Panthetin (aktive Form von Vitamin B5) und Vitamin B3 (Niacin), welches NADH bildet, gesteigert. Das Toxin Acetaldehyd kann überdies Mängel an Vitamin B12 (Cobalamin) hervorrufen. Das Alkoholabbauprodukt Acetaldehyd in der Leber blockiert die Vitamin-B1-abhängige Pyruvatdehydrogenase und damit die oxidative Decarboxylierung von 2-Oxosäuren. B-Vitamine sollten im Komplex eingenommen werden.

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14.7.) Weitere Nahrungsergänzungsmittel bei Candida

  • Homöopathie: SANUM-Therapie nach Professor Enderlein (Homöopathie kann als Ergänzung herangezogen werden neben einem Anti-Pilz-Mittel, SANUM-Therapie bezweckt die Rückumwandlung von pathogenen Candidahyphen in nicht pathogene Hefeform)
  • Weitere diskutierte Nahrungsergänzungsmittel: Indol-3-Carbinol (zur Reduzierung von Östrogen und Einleitung der Apoptose in Candida-Zellen), Kamille, Heilpilze (wirken immunmodulierend auf ein schwaches Immunsystem zB Reishi, Cordyceps).

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Candida auf Pap-Test

15) Nachweis einer Candida-Mykose: Wie lässt sich eine Candida-Mykose feststellen?

Eine Candidose ist schwer zu diagnostizieren, weshalb Betroffene oft eine lange Krankheitsgeschichte aufweisen. Hinweise auf eine Candidose lassen sich aufgrund der oben beschriebenen Symptomatik oder aus verschiedenen frei verfügbaren Online-Tests bzw. Fragebögen ableiten. Bei einem ausreichenden Verdacht können dann verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

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15.1.) Komplementäre Stuhlflora-Untersuchung:

Grundsätzlich ist Candida im Stuhl ein sicherer Nachweis einer Candidose. Neben einem direkten Nachweis kann auch indirekt eine erniedrigte Anzahl an Lakto- und Bifidobakterien auf eine Candidose hinweisen. Es sollten daher nicht nur Pilze, sondern auch Bakterien und Parasiten untersucht werden. Kritik an dieser Untersuchung wird damit begründet, dass der Befund hauptsächlich die Dickdarm- und nicht die Dünndarmflora abbildet und dass es häufig zu falsch negativen Befunden kommt, weil Candida aufgrund der Bildung eines Biofilms oft nicht mit dem Stuhl mitausgeschieden wird. Um die Wahrscheinlichkeit eines aussagekräftigen Befundes zu erhöhen, kann die Einnahme eines Biofilm-Disruptors (siehe oben) vor dieser Untersuchung überlegt werden.

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15.2.) D-Arabinitol im Urin:

Dies ist ein hefespezifischer Metabolit (d.h. ein Abbauprodukt, das nur von Hefen produziert wird) und ein sicherer Marker für eine invasive bzw. systemische Candidose. Ist ein 5-Carbon-Zucker-Alkohol, der durch Candida-Hefearten enzymatisch aus dem Zucker Arabinose produziert werden kann. Während Candida ssp. ausschließlich D-Arabinitol produzieren, stammt L-Arabinitol aus dem körpereigenen Stoffwechsel.

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15.3.) Speichelselbsttest (kontrovers diskutiert):

Die Durchführung des Tests ist einfach: morgens nach dem Aufwachen als allererstes in ein Glas mit reinem Wasser spucken und dann zirka fünfzehn Minuten warten. Vor dem Test sollte nicht getrunken, gegessen oder geraucht werden. Sollte die Spucke an der Oberfläche schwimmen, ist der Test negativ. Enthält der Speichel Schleim sinkt dieser auf den Glasboden, zieht Fäden bis zum Boden oder trübt die Flüssigkeit generell. In diesem Fall ist der Test Candida positiv. Der Test wurde in den 1990er Jahren als Marketingtool zur Vermarktung von Anti-Pilz-Mitteln entwickelt. In der Fachwelt ist er nicht anerkannt, weil er keine spezifischen und direkten Rückschlüsse auf eine Candidose erlaubt. Zwar weist ein verdickter Schleim im Speichel auf ein generelles Gesundheitsproblem hin, dies kann aber verschiedene Ursachen haben. Ursachen für einen verdickten Schleim können auch sein: Dehydration (vor allem morgens nach dem Aufstehen), Verzehr von Milchprodukten (Förderung der Schleimproduktion), Enzymmangel (an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse), Allergien und Nahrungsmittelintoleranzen, kalte Temperaturen, diverse Infektionen mit Bakterien, Parasiten oder Pilzen (Schleim ist Nährboden für verschiedene Erreger). Jedenfalls sollte die Mundhygiene bei Schleim im Speichel mehr Beachtung finden (siehe unter „Behandlung“). Aussagekräftige Untersuchungen des Speichels sind die Bestimmung von Antikörpern oder das Anlegen einer Kultur (mit Rachenabstrich) aus dem Speichel.

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15.4.) Immunreaktionen und Darmschleimhaut:

Sekretorisches Immunglobulin A (sIgA) ist Teil des Immunsystems und kommt im Verdauungstrakt vor (Marker für darmassoziiertes Immunsystem). Es bindet sich an Allergene und leitet diese aus. Im Stuhl ist sIgA ein Entzündungsmarker für die Darmschleimhaut.  Nachdem Candida das Immunsystem beeinträchtigen bzw. umgehen kann ist eine Auswertung allerdings fraglich.  Hohe Antikörperwerte gegen den Pilz im Blut können bedeuten, dass der Patient ist schwerkrank ist oder dass er hat so große Abwehrkräfte, dass ihm die Pilzinfektion gar nichts ausmacht. Antikörper im Venenblut können aber noch lange nach einer Infektion erhalten bleiben. Als Marker für die Schleimhautpermeabilität und Entzündungsprozesse gilt Alpha-1-Antitrypsin im Stuhl, der bei erhöhten Werten auf einen Eiweißverlust über die Darmschleimhaut und auf ein „leaky gut“-Syndrom hinweisen kann.

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15.5.) Weitere mögliche Untersuchungen:

  • Weinsteinsäure (Weinstein ist ein Trivialname für Salze der Weinsäure.), Speichel-Antikörpertest, indirekte Nachweise (erhöhtes Ammoniak im Blut, erhöhtes Glutamat im Aminogramm, verschiedene Alkohole im Blut),
  • Mundflora-Untersuchung: Kann einen indirekten Nachweis einer Pilzüberwucherung des Darms darstellen, nachdem der Pilz die Magensäure leicht überlebt.
  • Indirekter Nachweis durch Aminogramm (Aminosäuren im Blut): erhöhte Glutaminsäure (=Glutamat oder auch Hefeextrakt!), erhöhtes Arginin und Ornithin (deutet auf erhöhte Ammoniakbelastung hin), erniedrigtes Glutamin (deutet auf „leaky gut“-Syndrom hin)
  • Indirekter Nachweis durch Mineralstoff-Vollblutanalyse: niedriges Kalzium, Zink und Eisen
  • Bildgebende Verfahren zur Abklärung von Organschäden (Magenspiegelung, Ultraschall, Röntgen, CT)
  • Systemische Infektionen mit Candida sind dann nur aus Blut-, Liquor- und Urinkulturen nachzuweisen. Falsch positive und – gerade bei der Sepsis – auch falsch negative Befunde sind nicht selten. Die Entzündungsmarker im Liquor helfen bei der Differentialdiagnose zwischen Multiple Sklerose und durch Candida ausgelöste Polyneuritis. Pilze, die ins Blut eingedrungen sind, werden über die Nieren im Urin wieder ausgeschieden.
  • Fragebogen 1 (englisch): https://www.yeastinfection.org/yeast-infection-evaluation-test/
  • Fragebogen 2 (englisch):): http://www.candida-albicans-cure.com/candida-albicans-symptoms.html
  • Differentialdiagnosen zu Candida: Fibromyalgie, Hypoglykämie, Multiple Sklerose und Hypothyreose

Abgrenzung einer Candidose von Symptomen eines Parasitenbefalls (nach Dr. Charles Gant): Jucken, Hautirritationen, Gefühl dass etwas im Körper kriecht (vor allem nachts), Mangel an Aminosäuren trotz proteinreicher Ernährung (Parasiten können Proteine verdauen), Eisen, Ferritin, Zink, Selen im Blut, Anämie bzw. Blutmangel, Imbalance zwischen Lakto- und Bifidobazillen im Stuhl (va Mangel an Laktobazillen und höhere Bifidobakterien), Blut im Stuhl (weitere Ursachen dafür: Hämorrhoiden bzw. Analfissuren, Infektion mit Candida oder Bakterien), Schmerzen im rechten Unterbauch (bei Caecum nahe dem Blinddarm), deutliche Besserung nach Einnahme eines antiparasitären Wirkstoffs, Verdauungsbeschwerden nach einer Auslandsreise, Afterjucken, erfolglose Behandlung von bzw. Reinfektion mit Hefepilzen (Candidose) oder Bakterien

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Candida auf Pap-Test

16) Exkurs: Systemische Candida-Infektion, Blutvergiftung (Sepsis) und Organschäden?

Grundsätzlich siedelt sich der Pilz nur an der Hautoberfläche und auf Schleimhäuten wie im Darm an. Vom Darm aus kann der Pilz durch die Freisetzung verschiedener Toxine im ganzen Körper Symptome auslösen. Rein theoretisch ist es möglich, dass der Pilz sich über die Blutbahn ausbreiten kann, wird aber kontroversiell diskutiert. Nur in seltenen Fällen und bei starker Unterdrückung des Immunsystems können Candida-Zellen selbst auch in die Blutbahn eindringen und eine systemische Mykose mit Organschäden an Leber, Nieren und Milz auslösen. In Abgrenzung zu einer rein intestinalen Candida-Infektion im Darm ist eine systemische Mykose im restlichen Körper (Blut, etc.) mit einem schweren Krankheitsgefühl verbunden. Die dafür ursächliche Schwächung des Immunsystems erfolgt jedoch regelmäßig nur bei Erkrankungen wie HIV/AIDS, schwerem Diabetes, schwerer Leukopenie (starke Verminderung der weißen Blutkörperchen) sowie nach Organtransplantationen, bei Langzeit-Behandlungen mit Kortison, einer Dialyse oder Chemotherapie. Meist sind schwerkranke Patienten während eines Krankenhausaufenthalts betroffen. Eine systemische Mykose kann auch tödlich enden (70% generalisierter Candidosen enden tödlich). Unabhängig davon kann Candida durch Perforation der Darmwand („leaky gut“-Syndrom) indirekt zu unerklärlichen Blutinfektionen (Sepsis) durch Einströmen anderer fäkaler Keimen (zB E.Coli als fakultativ-pathogene Darmbakterien) in den Blutstrom führen.

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16.1.) Symptome einer Sepsis:

Eine Sepsis geht einher mit folgenden Symptomen: Fieber über 38 Grad (bei jungen Patienten auch Untertemperatur unter 36 Grad), Schüttelfrost, Verwirrtheit, beschleunigte Atmung und Herzschlag, blasse und graue Hautfarbe, evtl. auch Kurzatmigkeit, eitriger Auswurf, Unwohlsein, Schmerzen beim Urinieren und veränderter Harngeruch, kräftige Kopfschmerzen, gesteigerte Lichtempfindlichkeit, Schiefhals (Hexenschuss der Halswirbelsäule, Unbeweglichkeit des Nackens), Unterleibsschmerzen, gelbliche Hautverfärbung, geringere Harnausschüttung (Nierenfunktionsstörung), Nierenbeckenentzündung. Ein septischer Schock kann den Blutdruck stark abfallen lassen und den Puls erhöhen. Eine verminderte Versorgung der Organe mit Sauerstoff kann zu Multiorganversagen und zum Tod führen. Kein Symptom einer Sepsis ist ein roter Strich vom Entzündungsherd zum Herz, denn hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Lymphbahnen (Lymphangitis). Spätfolgen einer behandelten Sepsis können sein: Nervenschäden (Polyneuropathien), Muskelschwäche, posttraumatischer Stress, sowie Depressionen.

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16.2.) Diagnosemöglichkeiten für eine Sepsis:

Bei einer Sepsis aufgrund bakterieller, mykotische oder protozoer Infektionen gibt es keine eindeutige Diagnosemöglichkeit. Eindeutig ist jedoch eine Erhöhung von CRP (C-reaktives Protein; erhöht bei tiefsitzenden bakteriellen Infektionen), aber auch das Procalcitonin (PCT) kann im Blut erhöht sein. Unter normalen Bedingungen wird PCT in der Schilddrüse gebildet, bei einer Infektion jedoch in der Leber. Freisetzungsreiz sind hierbei u.a. bakterielle Endotoxine, z.B. das Lipopolysaccharid. Weitere Untersuchungen sind Blutuntersuchungen hinsichtlich Erreger im Blut (Blutkulturen), weiße Blutkörperchen (Leukozyten erhöht oder erniedrigt; Neutrophile als Untergruppe von Leukozyten erniedrigt), Kreatinin (hinsichtlich einer häufig bei Sepsis auftretenden Einschränkung der Nierenfunktion) bzw. bildgebende Verfahren. Behandelt wird eine Sepsis mit Antibiotika, Stärkung des Immunsystems, Einnahme von Blutgerinnungshemmern zur Vorbeugung von Blutgerinnseln, Insulin zur Blutzuckersenkung.

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16.3.) Hauptverantwortliche Bakterien für eine Sepsis (nach Häufigkeit):

  • Staphylococcus aureus (Erreger von Meningitis):
    • Hinweise auf eine Infektion ist unter anderem ein hämolytisches Blutbild, nachdem Staphylococcus hämolytische Toxine ausschüttet.
  • Escherichia coli (Erreger von Pyelonephritis, Pyelonephritis zerstört Nierentubuli und –glomerula und kann in einer oder beiden Nieren vorkommen)
    • In der akuten Form schränkt die Pyelonephritis die Nierenfunktion nicht ein, geht jedoch einher mit folgenden Symptomen: Fieber, Schüttelfrost, Flankenschmerz, Klopf- und Druckschmerz im Bereich des Nierenlagers, Übelkeit, Schwindel und bei schwerem Verlauf auch Erbrechen, Symptome einer Blasenentzündung können ebenfalls vorhanden sein wie zB Pollakisurie (häufiges Urinieren in kleinen Mengen), Dysurie (erschwertes oder schmerzhaftes Urinieren), Hämaturie (blutiger Urin).
    • Bei der chronischen Form der Pyelonephritis fehlen spezifische Symptome, jedoch treten schleichend und schubweise vermehrt Leistungsminderung, Kopfschmerzen, Inappetenz mit Gewichtsabnahme, Müdigkeit oder Pollakisurie (häufiges Urinieren in kleinen Mengen) in den Vordergrund.
  • Bakterien der Gattungen Klebsiella, Enterobacter, Serratia
  • Pseudomonia species
  • Streptococcus viridans, Streptococcus faecalis und Streptococcus pneumoniae

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1) By Nephron (Own work, „Candida on a pap test“) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

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