Die kontroversen Meinungen zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin bezüglich der Pathogenität von Candida haben meist damit zu tun, dass Candida in erster Linie selbst ein Symptom ist!

(… das ist zumindest meine persönliche Meinung zu diesem Thema).

Welches ist die Hauptursache für eine Mehrbelastung mit Candida, die sogar in der Schulmedizin (hier allerdings nur bei Intensiv-Patienten! siehe meinem Guide zum Thema Candida) anerkannt ist? Eine Schwächung des Immunsystems! Erst danach reihen sich weitere Ursachen ein, wie eine vorangegangene Antibiotika-Therapie oder eine Schwermetallbelastung. 

 

Ein zu schwaches Immunsystem kann Candida nicht bekämpfen.

Natürliche Anti-Pilz-Mittel wirken, indem sie den Pilz durchlöchern und dehydrieren. Aber erst das Immunsystem gibt den letzten Kick und räumt danach auf. Ist das Immunsystem zu schwach dafür, flakert es nur so dahin und der Infektionsherd entzündet sich latent mit einem gleichzeitig latenten Level an oxidativem Stress. Auch eine Ursache für eine chronische Entzündung bzw. auch für Autoimmunkrankheiten.

Ziel Nummer eins ist daher neben der Vermeidung von Zucker und einem Anti-Pilz-Mittel: Der Aufbau des Immunsystems! Wenn man Immunsystem sagt, MUSS man auch Darmschleimhaut sagen. Denn im Darm sitzen 80% unseres Immunsystems.

 

Wie bauen wir das Immunsystem auf?

Vitamin A unterstützt das angeborene Immunsystem (weiße Blutkörperchen) baut die Darmschleimhautimmunität durch die Bildung von sekretorsichem Immunglobulin A (sIgA) wieder auf und unterstützt die Bildung schleimproduzierender Zellen. Ohne Vitamin A würden unsere Schleimhäute austrocken, dh auch die Nährstoffaufnahme über die Darmschleimhaut wäre eingeschränkt und wir nehmen ab.

 

… Indem wir zuerst die Darmschleimhaut aufbauen!

Zink unterstützt sich schnell teilende Zellen wie Schleimhautzellen und baut Körperproteine auf (schon mal was vom sog. „Zinkfinger“ gehört?). Die Aminosäure Glutamin liefert nachgewiesenermaßen Energiesubstrate für Immun- und Schleimhautzellen im Darm. Vitamin C ist ebenfalls für die Bildung für Bindegewebe.

Aber woraus bestehen Zellen selbst? Alle Zellen! Aus Lipiden, dh Fetten. Der Darm besteht aus Lecithin und dieses widerum aus essentiellen Fettsäuren (Linolsäure) und Phospholipiden wie Cholin und Inositol. Cholin und Inositol sind außerdem exzellente Schlafhelfer und essentielle Vitaminoide für den Fettstoffwechsel. Vielleicht hast du ja schon mal davon gehört, dass Lecithin gerne bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa) angewendet wird, also warum nicht auch bei Entzündungen durch Candida? Weil Lecitihin meist aus Soja-Öl extrahiert wird, ist es nicht für jeden verträglich. Alternativ dazu wäre Inositol/Cholin sowie auch Nachtkerzenöl oder Borretschöl (enthalten beide viel Linolsäure und stark antientzündlich wirkende Gamma-Linolensäure) ideal.

Du kennst also schon vier Nährstoffe, die besonders wichtig sind um die Schleimhaut wieder aufzubauen. Vor allem wenn du Unverträglichkeitsreaktionen unspezifisch gegen jede Art von Nahrungsmittel aufbaust, empfiehlt sich unbedingt der Aufbau der Darmschleimhaut an erster Stelle. Das Thema ist auch für mich umso wichtiger geworden, nachdem ich begonnen habe, immer weniger Nahrungsmittel zu vertragen.

Ok, wir haben nun den Grundstein für den zellulären Aufbau des Darms abgedeckt. Damit die Darmschleimhaut allerdings gesund bleibt, brauchen wir einen Helfer: Gesunde Darmbakterien wie Lakto- und Bifidobakterien. Diese halten Fremdkeime (Candida, Fäulnisbakterien, etc.) von der Besiedlung des Darms ab. Der probiotische Darmpilz Saccharomyces Boulardii (S. Boulardii) ist effektiv in der Lage ein ausreichend säuerliches Niveau im Darm zu schaffen, damit sich die gesunden Milchsäurebakterien wieder ansiedeln können, und das darmassoziierte Immunsystem zu stimulieren. Denn auch eine weitere wesentliche Funktion der Darmbakterien ist die Stimulation des Immunsystems, dh sie verhindern, dass das Immunsystem quasi einschläft.

Fehlen beispielsweise Laktobazillen nach einer Antibiotika-Behandlung, kann es zu einer Candida-Mehrbelastung kommen. Außerdem werden von Laktobazillen produzierte Nährstoffe wie Vitamin B2 und Biotin mangelhaft. Sollte der Darm allerdings eine erhöhte Durchlässigkeit (Stichwort: leaky gut) haben, würde ich zuerst diesen wieder aufbauen bevor ich mit der Anwendung von Probiotika beginne.

Also bevor du dich zu lange allein mit Anti-Pilz-Mitteln und Anti-Pilz-Diät herumplagst, überlege dir, ob du deinem Immunsystem (= Darmschleimhaut) vielleicht nicht ein wenig auf die Sprünge helfen willst. Das wäre dann die Grundlagenarbeit sozusagen.

Ich hoffe, du konntest etwas Nützliches aus diesem Artikel für dich mitnehmen.

 

PS.: Zum Aufbau der Darmschleimhaut,  Regulierung der darmassozierten Immuntoleranz und Ankurbelung der Protein-Synthese empfehle ich Vitamin A:

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